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TSV 1860 Stralsund – TSV Rostock Süd III (2:9)

Die letzten beiden Auswärtsspiele der Saison fanden in Stralsund statt. Zunächst stand der Vergleich mit dem TSV 1860 auf dem Programm. Stark ersatzgeschwächt, da Wendel und Braeuer nicht zur Verfügung standen, traten die Gastgeber mit Ramp und Sack im unteren Paarkreuz an die Tische. Bei uns musste lediglich ROLL dem Prüfungsstress den Vorrang geben. Der neue alte CREUZNACHER rückte für ihn ins Team.  Durch die Ausfälle gab es in den Auftaktdoppeln insgesamt vier Saisondebüts.

Mit ALBRECHT / GRAWERT und Schubert / Tiedemann gleich zwei in der neuformierte Duos aufeinander. Der Harmonie seitens der Rostocker schadete dies nicht, hatten sie diesen Ernstfall in den vorangegangen doch Trainings geübt. Hellwach mussten sie sein und waren es auch. Ein verdientes 3:0 rundete ihr Punktspieldebüt perfekt ab. Während mit Lemke / Sack das nächste Novum seine Aufnahme ins Protokoll fand, waren DZYK / KLUTH, K. vergleichsweise richtige alte Hasen, was das Doppel spielen angeht. Die Startprobleme mit teilweise 5 Punkten Rückstand reparierten sie. Es stand 8:8 und Sack machte selbigen nicht zu und verschoss Bälle aus aussichtsreicher Position. Die „Rostocker Doppel-Dinos“ nutzten die Chance und sicherten sich den wichtigen ersten Satz. Danach lief es immer noch nicht nach Plan. Arrhythmie prägte das Spiel, aber sie gewannen Satz 2 und damit auch die endgültige Oberhand. Der 3. Satz lief nur noch in eine Richtung, in die Richtung eines 3:0 für DZYK / KLUTH, K. Das Doppel KRÜGER / CREUZNACHER ging nicht ganz unerfahren in ihre Partie. In der Hinrunde standen die Namen vertauscht auf dem Spielberichtsbogen. Habedank / Ramp komplettierten die Reihe von Debütdoppeln am heutigen Samstagvormittag. Ein schlechter Start von KRÜGER / CREUZNACHER machte es den Gastgebern in Satz 1 einfach. Eine Aufholjagd (6:10) fand statt, blieb aber ohne Happy End. Der 2. Satz lief besser, auch weil die Positionen günstiger waren. Dem Satzausgleich folgte aber prompt eine Wiederholung des Auftaktsatzes, nur in umgekehrter Reihe. Bis zum 5:5 war alles in Ordnung. Dann kam der Bruch und der Satz war futsch. Im anschließenden 4. Satz kennzeichnete sich das Spiel der Rostocker immer noch durch viele Höhen und Tiefen, wobei die Tiefen überwogen. Bei 2:6 kam die Auszeit. Sie wirkte. Beim Stand von 8:8 war der Satz wieder offen. Zwei weitere Punkte bedeuteten die Chance zum erneuten Satzausgleich. Im zweiten Anlauf klappte dies auch. Den Start in den Entscheidungssatz verschliefen KRÜGER / CREUZNACHER diesmal nicht. Absetzen konnten sie sich aber auch nicht. Bei 5:4 aus ihrer Sicht wurden die Seiten gewechselt. Eigener Aufschlag und eine 9:7-Führung muteten ein gutes Ende eines schlechten Spiels an. In einer einzelnen schwachen Minute kippte das Spiel dann aber doch noch zugunsten der Hausherren.

 

Das verpasste Optimum ließ nun ALBRECHT und GRAWERT auf den Plan kommen, den weiteren Spielverlauf in die richtigen Bahnen zu lenken. GRAWERT hielt sich im ersten Satz gegen Schubert allerdings zunächst an die schlechte Performance von KRÜGER / CREUZNACHER und produzierte Fehler en masse. 7:2 im Hintertreffen heißt bei GRAWERT jedoch keineswegs, dass der Satz verloren ist. Ein fulminantes Comeback beunruhigte Schuberts Nervenkostüm. In der Satzverlängerung eroberte sich GRAWERT die Satzführung. Gleiches Bild wie im Satz zuvor zeigte sich im Folgesatz. Diesmal mit dem besseren Ende für Schubert. In Satz 3 drehte indes GRAWERT gleich mächtig auf und gewann mit 11:2. Ein Déja-vù wie bei den Landesmeisterschaften am schneeüberzogenen Jahresanfang blieb Gott sei Dank aus. Damals verhalf GRAWERT eine 9:3-Führung im Entscheidungssatz zu keinem glücklichen Ende. Analog dazu verlief der 4. Satz. Schubert war gut, aber GRAWERT war 1, 2 Zacken bissiger und der verdiente Sieger. ALBRECHT am Nachbartisch lieferte sich mit Lemke ein anderes Match. Die Agilität des Abwehrspielers mit mehr als nur dezenten offensiven Vorstößen, in Kombination mit zu vielen Topspinfehlern ALBRECHTS, bestimmten den ersten Satz. Es folgte die Neueinstellung ALBRECHTS, den Rhythmus Lemkes mehr zu brechen. Unterstützt von seinem Vorhandtopspin spielte ALBRECHT nun cleverer. Einfache Punkte gab’s aber nicht. Ab dem Gewinn des 2. Satzes hatte ALBRECHT fast alles im Griff. Sein letztlich klarer Sieg wurde durch die anerkennenden Worte Lemkes bestätigt.

Bei Habedank gegen KLUTH, K. trafen zwei Stammfünfer aufeinander, diesmal jedoch in der Mitte. Der Stralsunder erwischte wie im Doppel einen sehr guten Start in die Partie. Ruckzuck war der 1. Satz passé. Zwar gelang KLUTH, K. der Satzausgleich, aber Zufriedenheit kam bei ihm nicht auf. Ein seltenes Phänomen. Die kalten Hände wurden einfach nicht warm und so wurde es eine noch seltenere desolate Vorstellung unseres Mannschaftsältesten. DZYK machte es besser, hatte aber in Tiedemann einen erbitterten Kämpfer, der nur vom nicht anwesenden Braeuer diesbezüglich übertrumpft wird, in den Griff zu kriegen. Da es beim Rostocker zusätzlich auch ein wenig an der Form hapert, war es ein enges Spiel, das von den Satzergebnissen nicht übereinstimmend korrekt wiedergegeben wird. Summa summarum ging der Sieg DZYKS in Ordnung.

Das untere Paarkreuz hatte ein 5:2 im Rücken und setzte alles daran nicht ein zweites Mal antreten zu müssen. KRÜGERS 3:0 gegen Sack war eine eindeutige Sache, auch wenn der Stralsunder Senior ab und zu sehenswerte Blocks und Schüsse auf den Tisch zimmerte. Indes hatte CREUZNACHER gegen den Gelegenheitstischtennisspieler Ramp einen schwereren Stand. Satz 1 lief noch fast perfekt für ihn. Dann erschwerten ihm gefühlte 11 Netz- und Kantenbälle das Tischtennisleben. Allerdings kam Ramp auch besser ins Spiel und verdiente sich sein Glück. CREUZNACHER versuchte alles, musste den Satz aber mit 9:11 abgeben. Das glück blieb Ramp treu, aber CREUZNACHER unternahm alles, um Fortuna vom gegnerischen Schläger zu drängen. Mit der 2:1-Satzführung beruhigte sich die Lage. Im Anschlusssatz kam Fortuna wieder, verteilte ihre Zuneigung jetzt jedoch gerechter. Mit Wackelarm wurde die Fichte zum Matchgewinn nur zärtlich umgestoßen.
Die 7:2-Führung war komfortabel. Um bei den kleinen Punkten einen größeren Abstand gegenüber Verfolger Neubrandenburg zu legen, waren ALBRECHT (gegen Schubert) und GRAWERT (gegen Lemke) vollends motiviert, keine weiteren Spiele an den 1860er Tischen aufrufen lassen zu müssen. GRAWERT war derjenige, der von beiden, den zunächst kürzeren Auftritt haben sollte. Die Sätze 1 und 2 gewann er ohne groß nachzudenken über das was Lemke auf der Gegenseite mit dem Ball macht. Dann schaltete sich nach einigen misslungenen Angriffsaktionen der Kopf ein und die Hand wurde zunehmend unsicher. Außerdem spielte es Lemke in die Karten, dass GRAWERT auf jegliche Rhythmuswechsel verzichtete. Die sanften Topspins brachte er mühelos herüber und brauchte nur auf die fehlschlagenden Schussversuche des Rostockers warten. Nebenbei ergriff der Stralsunder auch erfolgreich die Eigeninitiative. So gewann er den 3. und 4. Satz. Taktikwechsel und Ballgefühl halfen GRAFWERT zurück auf die Siegerstraße zu kommen. Der 5. Satz verlief für uns beruhigend positiv. ALBRECHT musste über dieselbe Distanz gehen. Nach verkorkstem erstem Satz gelang ihm der so wichtige Satzausgleich (12:10). Schubert haderte u.a. mit dem Glück, aber das war halt Minuten zuvor woanders sehr stark gebraucht gewesen. ALBRECHTS Returnspiel und die Offensive versagten ihm einen leichteren Stand. Umso besser war der Verlauf des dritten Satzes, auch wenn noch immer nicht alles Gold war, das glänzte. Der Rückschlag folgte in doppeldeutiger Hinsicht in Satz 4. Sage und schreibe fünf horrende Rückschlagfehler in Folge auf ein und denselben Schubert-Aufschlag fabrizierte ALREBCHT. Auch die andere Variation, kurz in die Vorhand, brachte dem Stralsunder ideale Ausgangspositionen zum Angriff. Eigene leichte Topspinfehler paarten sich dazu. All das schaffte ALBRECHT im Entscheidungssatz abzustellen. Jeder Punktgewinn pushte ihn nach vorn und zu einem wahrlich hart erarbeiteten 3:2-Sieg.

Abgesehen von KLUTH, K. und dem Doppel KRÜGER / CREUZNACHER gab es hier und heute nur wenig Erschreckendes. Der Sieg ging in dieser Höhe prinzipiell in Ordnung, wenn man bedenkt, dass die Jahre zuvor bei 1860 Stralsund nur das Essen gut, aber die Rostocker Punktspielauftritte es nicht waren. Ersteres wurde jetzt erst einmal in Anspruch genommen, da das kommende Spiel beim SV Medizin Stralsund noch über 90 Minuten entfernt war. (u.c.)