Jahrbuch gegen Internet. Wer hat Recht? Letztlich das beschriftete Papier. Da sich in den Reihen der „Mediziner“ die Hälfte der Mannschaft auf die im Internet ausgewiesene Startzeit von 15:00 Uhr verlassen hatte, war bei unserer Ankunft nur die andere Hälfte zugegen. Telefonisch wurde versucht die Heimmannschaft zu komplettieren. Es gelang. Auf Seiten der Stralsunder wurde Looks durch Lühr, T. ersetzt. Wie im Vormittagsspiel bei 1860 Stralsund rückte CREUZNACHER für ROLL ins Team.
Nach dem gelungenen Einstand hatten es ALBRECHT / GRAWERT jetzt mit den amtierenden Doppel-Landesmeistern der Ü40, Durski / Solbrig, zu tun. In diesem Match, das ein hervorragend aufspielendes Rostocker Duo präsentierte, kam auch ein Kuriosum zustande, dass man sonst nur im Training vereinzelt sehen kann. ALBRECHT / GRAWERT waren in der Offensive und die Stralsunder wehrten sich mit Ballonabwehr. ALBRECHT spielte seinen Ball, hoffte auf GRAWERTS finalen Schuss und hob im direkten Anschluss einen auf Netzhöhe ins Spielfeld rollenden Ball vom Boden auf, um ihn anschließend zum Nachbartisch zurückzuwerfen. Da GRAWERT den Ball nicht tot machte, musste ALBRECHT doch noch in Aktion treten und schmetterte den Ball zum Punktgewinn. Auf Rückfrage mit den Gegnern, sahen sich diese dadurch nicht gestört. Der Punkt zählte, brachte letztlich aber nicht den Satzgewinn. Diesen sicherten sich Durski / Solbrig mit 12:10. Mit demselben Ausgang holten sich aber ALBRECHT / GRAWERT den zweiten Satz. Im Dritten brannten sie ein wahres Offensivfeuerwerk ab. Die Glücksgöttin stand zwar hier und da auf ihrer Seite, aber Zweifel an diesem klaren Satzgewinn bestanden nun wirklich nicht. Ähnlich positiv verlief der 4. Satz. Fortuna bescherte den Rostockern eine 5:3-Führung. Unterstützt von öffentlichen Unmutsbekundungen Solbrigs, kam ihr Spiel aber für einen Moment ins Stocken. Plötzlich stand es 5:7. Das Rad an der Konzentration wurde wieder auf die richtige Position eingestellt. Platzierte Returns der Stralsunder antworten ALBRECHT / GRAWERT mit noch platzierteren Topspins. Starke Leistung. Das 11:9 zeigt zwar, dass dieses Spiel eine knappe Angelegenheit war, aber die Art und Weise wie ALBRECHT / GRAWERT Tischtennis spielten, war filmreif.
Weniger spektakuläre Momente waren in der Partie zwischen KRÜGER / CREUZNACHER zu sehen. In der vorgezogenen Partie gegen Berger / Lühr, T. waren sie von Anfang die treibende Kraft. Im Eiltempo brachten sie den ersten Satz auf ihre Habenseite. Die Dominanz blieb auch noch über den Großteil des 2. Satzes präsent. Erst in Satz 3 wurde es ausgeglichener, aber in der Verlängerung beseitigten KRÜGER / CREUZNACHER jegliche Stralsunder Ambitionen auf mehr.
Mit einiger Verzögerung, die der Deutschen Bahn Konkurrenz machen könnte, trafen dann DZYK / KLUTH, K. auf Janzon / Peters. Trotz der Tatsache, dass es bereits Nachmittag war, machten unsere Jungs einen verschlafenen Eindruck. Folgerichtig verloren sie Satz 1. Als dann der Wecker klingelte, standen sie hellwach am Tisch. KLUTHS, K. Rückhand krachte und auch DZYK reihte zeichnete sich an Punktgewinnen entscheidend beteiligt. Die klaren Verläufe der Sätze 2 und 3 plus die in die „Beziehung“ mitgebrachte Erfahrung hätten das Ding im Normalfall schaukeln lassen müssen. Fehlanzeige. Die Kluth-Kracher blieben aus und DZYK spielte wieder unter seinem Potential. Trotzdem hatten sie die Chance aus einer schlechten Leistung ein gutes Resultat zu machen. Stattdessen produzierten sie sowohl in Satz 4 als auch im Entscheidungssatz zwei Fehler mehr als die Stralsunder, die letztlich mit den glücklicheren Minen vom Tisch gingen.
Abermals blieb uns ein optimaler Start an diesem Punktspielsamstag versagt. ALBRECHT (gegen Durski) und GRAWERT (gegen Janzon) wollten nun nachlegen. Dies gelang vor allem unserem „Wintereinkauf“ GRAWERT, der blitzartig den Seitenwechsel einleitete. Dann fand Janzon eine Aufschlagvariante, mit der er GRAWERT richtig ärgern konnte. Satz 2 ging nach Stralsund. Die gleichen Aufschläge verloren im dritten Satz jedoch an Effektivität und GRAWERT kam zurück ins Spiel. Allerdings kam jetzt erschwerend hinzu, dass GRAWERT ein in seiner ursprünglichsten Bedeutung daherkommenden Fehltritt passierte. Nach jedem Ballwechsel fasste er sich ans Knie, weil sich hier die ersten Schmerzsymptome ausbreiteten. Bezogen auf den Satzverlauf ist festzuhalten, dass keiner früh für klare Verhältnisse sorgen konnte, sodass die Satzverlängerung entscheiden musste. Hier konnte sich GRAWERT die wichtige 2:1-Satzführung erspielen. Das Zepter noch fester in der Hand haltend tat er nun alles daran die Entscheidung bereits im 4. Satz herbeizuführen. Er schaffte den Punkt und die benötigte, schnell beginnende Ruhephase für das Knie. ALBRECHT kämpfte am Nachbartisch nicht nur mit dem Gegner und dessen Aufschlägen, sondern auch mit der eigenen Trefferquote, die sich zwar nach dem ersten Satz verbesserte, aber dennoch keinen erfolgsversprechenden Einfluss auf den Spielverlauf nehmen konnte. Durski gewann auch den dritten Satz. Stralsund war uns weiterhin auf den Fersen.
Mit der knappen 3:2-Führung traten DZYK (gegen Berger) und KLUTH, K. (Solbrig) zu ihren zweiten Tagwerken an die Tische. Die Hände KLUTHS, K. waren wärmer, aber immer noch nicht so warm, dass ihm der erste Satz hätte gutgeschrieben werden können. Einen kompletten Fehlstart verhinderte er mit dem knappen Gewinn des 2. Satzes. Dann lief es auf einmal richtig gut. Resultat: 2:1 in den Sätzen. Solbrig kam sofort zurück ins Spiel und erzwang den Entscheidungssatz. Diesen bestimmte nun wieder KLUTH, K. und behielt somit in der Achterbahnfahrt des Tages den klarsten Kopf. DZYK spielte gegen den aus dem oberen Paarkreuz herunter gestuften Berger nun beileibe nicht das Tischtennis, das ihn zu einem gefährlichen Mann in der Landesliga machen ließ…aber er gewann. Fazit: Nicht schön, aber gewonnen. Danke.
Im unteren Paarkreuz, in den Partien von KRÜGER (gegen Ersatzmann Lühr, T.) und CREUZNACHER (gegen Peters), waren die Favoritenrollen ganz klar auf unserer Seite. Keiner der beiden ließ sich dann auch die Butter vom Brot nehmen. Zwar schlich sich bei KRÜGER hier und da der Schlendrian ein, aber im rechten Moment schaltete er wieder den berühmten Gang höher. CREUZNACHER konnte sich in seinem Spiel ebenfalls nur selbst im Weg stehen. Eine sichere Vorhand und die bessere Bandbreite an Aufschlägen stellten die Weichen auf Sieg, auch wenn die Sätze 2 und 3 einen engen Ausgang hatten.
Zum wiederholten Mal hatten es ALBRECHT und GRAWERT auf ihren Schlägern das Gastspiel zu beenden. Besonders ALBRECHT wollte sich für die vorige Einzelniederlage gegen Durski revanchieren und startete deutlich verbessert in die Partie. Janzon hatte zu oft das Nachsehen, stellte sich aber im zweiten Durchgang besser auf ihn ein. Im dritten Satz legte ALBRECHT den Grundstein für den Sieg, den er sich im umkämpften Anschlusssatz nicht mehr nehmen ließ. GRAWERT ging an den Tisch obwohl das Knie noch immer schmerzte. Er biss sich durch und entschied den ersten Satz für sich. Was bei einem Satzverlust vor dem Hintergrund dieses Handicaps passiert wäre, kann nur spekuliert werden. Jedenfalls waren die Schmerzen von da an weg. Einfach weg. Fortan ließ GRAWERT keine Zweifel mehr aufkommen, seine weiße Weste heute zu beflecken.
Am Ende siegten wir mit dem identischen Ergebnis wie im Hinspiel. Beim Stand von 3:2 aus unserer Sicht hatten wir aber mit einem härteren Kampf gerechnet. Dieser blieb dankenswerterweise aus und wir konnten erneut viele kleine Punkte sammeln. Überragende Akteure waren heute ALBRECHT und GRAWERT, die in beiden Punktspielen nur einmal (ALBRECHT) nicht als Sieger beglückwünscht werden konnten. Zwei Doppel- und sieben Einzelpunkte steuerte unser famoses oberes Paarkreuz bei, was uns bei der zukünftigen Doppelbesetzung vor ein Luxusproblem stellen könnten, wenn ROLL wieder zurück ins Team rückt. Verlassen konnten wir uns heute auf unser unteres Paarkreuz (fünf Punkte insgesamt), das sich nur im allerersten Doppel nicht mit Ruhm bekleckerte. Mit insgesamt vier Punkten hinkte die Mitte etwas hinterher, aber nur etwas. Da es uns in dieser Saison schon so oft geholfen hat, wurde ihre teilweise abhanden gekommene Souveränität von der hervorragenden Mannschaftsleistung aufgehoben. (u.c.)



Fredi