TSV Rostock Süd - Tischtennis

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Süd 4 verpasst Riesenchance auf Sieg in Kröpelin

Wieder Sonne, wieder auswärts, aber diesmal mit Punkten im Gepäck ging es über die Giebelstube mit Hamburger Schnitzel, Nackensteak, Bauernfrühstück sowie Currywurst zurück nach Rostock.

Beide Mannschaften hatten mit Personalproblemen zu kämpfen, die Gastgeber noch stärker als wir. Fünf Kröpeliner fanden den Weg in die Halle, der Sechste hatte das heutige Spiel nicht auf der Pfanne und war stattdessen in Berlin. Verletzungen, Krankheiten, Spielplanmissverständnisse brachten die Gastgeber auch dazu mit zwei Ersatzleuten aus der Dritten anzutreten. An dieser Stelle wollen wir Sportfreund Hackendahl nach dessen Achillessehnenriss am vergangenen Wochenende die besten Genesungswünsche zukommen lassen. Bei uns fehlten Scheel und Schacht, sodass Creuznacher nach oben und Bluhm in die Mitte rutschten. Mit unserem Ersatzmann Hennig hatten wir am letzten Samstag gute Erfahrungen gemacht, sodass wir ihm heute wieder unser Vertrauen aussprachen.

In den Eingangsdoppeln gab es zwei klare und eine semiklare Auseinandersetzungen. Schweitzer / Creuznacher hatten nicht viel Mühe mit Bull / Upplegger im ersten Satz. Bei 5:5 im Zweiten machten sie 6 Punkte in Folge und auch im dritten Satz blieben sie spielbestimmend (1, 5, 7). Das Premierendoppel Krüger / Hennig verkaufte sich überaus gut gegen Behr / Nehring, die zu den richtig guten Landesligadoppeln zu zählen sind. Im Auftaktsatz gehörte den Rostockern die Start-, aber leider nicht mehr die Endphase. Umso beständiger war dann ihr Auftritt im 2. Satz. Hoffnung war berechtigt. Langsam aber stetig drückten die Kröpeliner dem Spiel ihrem Stempel auf, sodass am Ende ein verdientes 3:1 der Gastgeber zu notieren war (-8, 6, -7, -2). Das dritte Eingangsdoppel war eines der ganz schnellen Sorte, denn wir gewannen es kampflos. Bluhm / Wolf konnten damit ihre Saisonbilanz aufpolieren (3:2 als Doppel 3).

Der Start war uns also recht gut geglückt, zumindest konnten wir nicht mehr mit 1:9, wie am vergangenen Sonntag in Neubrandenburg geschehen, verlieren. Verloren haben wir trotzdem, und zwar beide Spiele im oberen Paarkreuz. Bei Creuznacher gegen Behr spielte nur einer Tischtennis und das war der Kröpeliner. Der knappe dritte Satz war eher dem reduzierten Engagement Behrs zuzuschreiben. Hat ja gereicht (-4, -6, -12). Schweitzer merkte man das fehlende Training und die brandneuen Beläge an. Die Konstanz fehlte. Es war ein munteres Spiel mit ansehnlichen Ballwechseln. Schade war, dass Schweitzer trotz 10:8-Führung im vierten Satz nicht mehr den Sprung in den Entscheidungssatz schaffen konnte. Nehring schlug in dieser Phase goldrichtig auf und ließ unsere Eins nicht in die Offensive. Symbolisch war der Schlägerkantentreffer zum Matchverlust Schweitzers (-7, 7, -7, -10).

Gut, das obere Paarkreuz der Kröpeliner ist gut besetzt und gehört sicherlich zu besten der Liga, aber unsere Stärken sollten jetzt greifen. Bluhm machte gegen Bull den Anfang und er machte ihn gut. Dennoch stotterte der Motor. Vielleicht war es die kurzfristige Umstellung von der Kurznoppe auf glatt. Jedenfalls war die Hand schwer. Darüber hinaus spielte Bull sehr gute Bälle. Vor allem in den engen Momenten hatte er immer die bessere Antwort. Da diese Kribbelsituationen in jedem der vier gespielten Sätze zugegen waren, war der Vorteil auf Seiten des Wahl-Kröpeliners. In den beiden letzten Sätzen hatte Bluhm eigentlich immer die Nase vorn, nur zum Schluss nicht (9, -8, -9, -10). Schade, die Niederlage war nicht eingeplant. Krüger hatte Anlaufschwierigkeiten, die sich insbesondere an den Aufschlägen Uppleggers manifestierten. Dennoch brachte er den ersten Satz auf die Habenseite. Zittrig wurde es dann im Zweiten, in dem Krüger ein, zwei Schüsse mit der Rückhand sicher neben den Tisch platzierte. Die Verlängerung musste entscheiden und sie fiel zu unseren und Krügers Gunsten aus. Durchatmen. Im dritten Satz hatte Krüger dann die richtige Mischung aus weichen Topspins und krachenden Schüssen gefunden. Ein verdientes 3:0 (8, 10, 5).

Unten hatte Wolf sein zweites Spiel gewonnen ohne selbst am Spieltisch aktiv dafür etwas zu tun. Schön, dass es maximalen Erfolg mit minimalem Aufwand wirklich geben kann. Ersatzmann Hennig gegen Ersatzmann Weeber. Die bessere Spielanlage lag unserem Hennig anheim, aber der Kröpeliner zauberte gerne Schüsse mit Vor- und Rückhand auf den Tisch. Der Gewinn des ersten Satzes (13:11) war enorm wichtig, brachte er doch etwas Ruhe ins Hennigs Spiel und Nervenkostüm. Im anschließenden zweiten Satz punktete Hennig elfmal, sein Gegner aber nur dreimal. Die 2:0-Satzführung machte das Fortführen des Matches nun erheblich leichter und so setzte sich Hennig

letztlich ungefährdet in drei Sätzen durch (11, 3, 6).

Mit einer knappen 5:4-Führung war nun wieder das obere Paarkreuz an der Reihe. Käme hier ein Punkt, wäre dieser Gold wert gewesen. Freilich wurde es nichts aus dieser Hoffnung. Creuznacher spielte immer noch indiskutabel (-8, -3, -6). Es klappte herzlich wenig und das ist noch höflich ausgedrückt. Hoffen wir, dass nach diesem Tief wieder ein Hoch kommt. Schweitzer schnappte sich den Auftaktsatz in der Verlängerung, konnte dieses Kunststück im Zweiten trotz einigen Führungskilometern aber nicht wiederholen. Vorentscheidung? Ja, denn Behr war dann nachfolgend einfach der um die berühmten zwei, drei Bälle besser und belegte dies auch im Endresultat (10, -12, -8, -8). Damit hatte das obere Paarkreuz der Kröpeliner bis hier hin fünf der sechs eigenen Punkte erzielt!

Bluhm war auf Wiedergutmachungstour, Krüger kämpfte um die weiße Einzel-Weste. Da nur eine der beiden Aufgaben erfolgreich umgesetzt wurde, rückte das Abschlussdoppel dichter. Blei und Bluhm. Das war heute eine fatale Kombination. Von den exzellenten Auftritten der letzten Spiele, ausgenommen Neubrandenburg, war bei Bluhm heute rein gar nichts zu sehen. Ein Tischtennistag, der dem Griff in das viel zitierte Wasserklosett gleichkam. Mit dem Gewinn des ersten Satzes gegen Upplegger hofften wir, dass dieses positive Erlebnis die Ketten des Versagens sprengen würde. Indes produzierte er ungewohnte Fehler in der Aufschlagannahme. Upplegger spielte ab und zu einen brillanten Ball und das reichte in der Folge zu einer 2:1-Satzführung. Wie ausgewechselt spielte Bluhm dann im vierten Satz und wir hofften auf einen Schub für den Entscheidungssatz. In diesem stand er aber schnell wieder hart im Wind. Das sich ihm entgegenstellende Lüftchen hielt an und wehte mitunter orkanartig ins Gesicht. Da war sie wieder, die Bleihand. Bluhm versuchte alles, aber die Trefferquote war einfach zu mies (10, -9, -8, 3, 8). Kopf hoch. Es kommen auch wieder bessere Tage.

In den letzten Wochen war auf einen immer Verlass, Sportfreund Wolf. Nach langer Pause durfte er auch endlich an den Tisch. Ein Sieg war Pflicht, aber mit dem Rost des langen Wartens nicht selbstverständlich. Zudem konnte Weeber wieder mit einigen Schüssen glänzen. Letztlich zahlten sich aber die höhere Schlagbandbreite und die Erfahrung positiv für Wolf aus (8, 7, 7). Damit hatte er sich jetzt eine Bilanz von 6:2 Siegen herausgespielt, dabei seit fünf Spielen nicht mehr verloren und nur einen Satz abgegeben. In der Rückrunde ist Wolf sogar noch ungeschlagen. Chapeau. Eine Bank, der man blind vertrauen kann. Hennig hatte da bereits gewonnen. Glatt in drei Sätzen und immer im Schneider brachte er uns mit 8:7 in Front. Als Ersatzmann aus der Stadtklasse zwei Punkte in der Landesliga zu holen ist mehr als ordentlich.

Wieder stand ein Abschlussdoppel auf dem Programm und wieder verloren wir es. Fünf Sätze brauchte es allerdings, bis das Gastgeberdoppel ihre Saisonbilanz auf 10:3 Siege verbessern konnte. Dabei musste sogar die Verlängerung im Entscheidungssatz herhalten. Schweitzer / Creuznacher starteten furios, trafen mindestens 90% ihrer Bälle. Die Sätze zwei und drei gingen knapp an Behr / Nehring, die es jeweils zu Satzende noch schleifen ließen ohne aber von der Piste abzukommen. Das Leben der Rostocker wurde in diesen Sätzen von einfachen Returnfehlern Schweitzers und Schlägerkantentreffern bei Creuznachers Vorhand-Topspins merklich erschwert. Besser klappte es im 4. Satz, indem diese Fehler kaum zugegen waren. Im Entscheidungssatz wurden bei 4:5 die Seiten gewechselt. Bei 7:5 platzierte Creuznacher die Returns schlecht und Behr griff in bekannter Manier an. Bei 8:10 fungierte Schweitzers Aufschlagrepertoire als Lebensretter. Ein guter Flip Behrs auf Creuznachers Aufschlag konnte Schweitzer nur noch mit der Schlägerkante kontern. Aus die Maus.

Am letzten Samstag, beim 8:8 gegen Nord-West II, konnte man nach reiflichem Analysieren des Spiels von einem gewonnen Punkt sprechen. Heute dagegen, servierten uns die Kröpeliner, wenn auch unfreiwillig, zwei Punkte auf dem Silbertablett. Da wir aber beim Zugreifen über die eigenen nicht zugebundenen Schnürsenkel stolperten, wurde es nur zu einem Punkt, weil die auf dem Tablett liegenden Sonntagstorte dankenswerterweise mit der Unterseite auf den Boden fiel und so noch genau acht Tortenstücke genießbar waren. Sechs Punkte von Behr und Nehring sind aus unserer Sicht einfach zu viel. Gut, das Protokoll ist unterschrieben. Wäre Kröpelin in der aktuell zur Verfügung stehenden Bestbesetzung angetreten, hätten wir heute gar keinen Punkt mit nach Hause genommen. So nehmen wir diesen Punkt, leisten unserer Dritten wieder einen kleinen Freundschaftsdienst und hoffen der Dinge, die da kommen. Was kommen wird ist das nächste Kellerduell in sechs Tagen gegen Medizin Stralsund. Dann wieder in eigener Halle.

Text: Ulrich Creuznacher

Fotos: (wieder) keine