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Süd 4 sichert Klassenerhalt - 8:8 gegen Medizin Stralsund

Nach jahrelanger Missachtung der Möglichkeit unentschieden zu spielen, fabrizierten wir gegen Medizin Stralsund nun das dritte Remis in den letzten fünf Spielen. Das wieder erstarkte Duo Scheel / Schweitzer rettete uns den letzten entscheidenden Punkt zum Klassenerhalt.

 Für Medizin Stralsund bleibt die Hoffnung, im letzten Spiel gegen Nord-West 3 die Saison über dem Strich abzuschließen. An unserer Aufstellung änderte sich nichts. Peters stand uns weiterhin zur Verfügung. Da auch die „Mediziner“ ihre Aufstellung gegenüber ihrem vorangegangenen Spiel gegen Süd 3 (6:9) nicht änderten, wurde das Spielprotokoll mit folgenden Besetzungen versehen:

TSV Rostock Süd 4: Scheel, Schweitzer, Creuznacher, Krüger, Wolf, Peters

SV Medizin Stralsund: Durski, Janzon, Schwenn, Peters, Buxot, Berger

Der Start in die Partie verlief diesmal alles andere als wünschenswert. Sowohl das Zweierdoppel Creuznacher / Wolf (gegen Durski / Peters) als auch unser zuletzt euphorisierendes Einserdoppel, Scheel / Schweitzer (gegen Janzon / Schwenn), zogen den Kürzeren. Die größte Dramatik war vor allem im Vergleich der beiden letztgenannten Doppel zugegen. Hin und her ging es in den Sätzen 1 bis 4. Eindeutig nur hin ging es dann im Entscheidungssatz, und zwar für die Stralsunder Gäste. Mit 10:4 führten sie, ehe Scheel / Schweitzer eine fulminante Aufholjagd in Gang setzten. Trotz Stralsunder Auszeit bei deren 10:8-Führung, glichen die Rostocker aus und holten sich sogar Matchball! 11:10. Der Sieg war zum Greifen nah. Noch dichter, wie im Verlaufe des folgenden Ballwechsels, kann man kaum vor dem Sieg stehen. Aufschlag Scheel. Rückschlag Schwenn. Harter Tospin Schweitzer. Schlägerkantenvorhandtopsin Janzon. Ausgleich aus dem Nichts! Nachdem der Satz bereits 4 Netzbälle zu sehen bekam in deren Folge 4 Punkte für Stralsund entstanden, war das das i-Tüpfelchen. So ist Tischtennis. Alle zielen auf die Kante, aber keiner kann das auf Bestellung. Wenn das jemand kann, darf er sich gerne für Nachhilfestunden hier melden. So kam es, wie es kommen musste. Janzon / Schwenn siegten (-6, 5, -7, 7, -12). Creuznacher / Wolf mussten erst einmal den Rost aus den Gliedern schütteln, da war der erste Satz schon verloren. Im zweiten Satz lief es zwar besser, aber Durski / Peters holten sich auch diesen. Mit dem 11:4 im Dritten meldeten sich die Rostocker zurück, um anschließend ihre Gegner wieder zu schnell zu weit enteilen zu lassen, bis sie wieder regelmäßig punkteten. Eine unnötige Niederlage, aber die Stralsunder waren einfach konstanter (-5, -9, 4, -9). Konstanz legten auch Krüger / Peters an den Tag und das war auch gut so, wollten wir nicht (fast) uneinholbar mit 0:3 aus den Eingangsdoppeln herausgehen. Mit jedem Ballwechsel fühlte sich Peters wohler. Das Spiel lag über sehr weite Strecken unter der Spielführung der Rostocker, die verdient mit 3:1 aus der Box stiegen (7, 9, -8, 8).

Eine erste Revanche für die eben erfahrene Fünfsatzniederlage gelang Scheel, als er ebenfalls in fünf Sätzen und ebenfalls mit nur zwei Punkten Vorsprung Janzon in die Knie zwang. Es war ein Spiel mit vielen Auf und Abs. Der Angreifer war nicht immer der Sieger, aber nicht weil er nicht traf, sondern weil der Gegner hervorragend konterte. Da beide Spieler dieses Vermögen an den Tag legten, musste einfach der fünfte Satz als finale Entscheidungshilfe genommen werden. Scheel holte sich den Matchball, der Stralsunder sich seine Auszeit. Darauf eingeschworen, sich voll und ganz auf den folgenden Punkt, den er mit eigenem Aufschlag eröffnen konnte, zu konzentrieren, war Scheels Auszeit schnell abgehandelt. Punkt Scheel = Sieg Scheel = Punkt Süd 4 (-8, 8, -10, 9, 9). Schweitzer hatte indes sein Spiel auch aufgenommen, aber relativ schnell wieder beendet. Sein Gegner Durski erwies sich für ihn heute als eine zu sichere Ballmaschine. Schweitzers Aufbäumen kam zu spät. Nach zwei klaren ersten Sätzen machte Durski dann im Dritten den Sack zu (-7, -6, -13).

In der Mitte hatten nun Creuznacher (gegen Peters) und Krüger (gegen Schwenn) ihre Auftritte, die jeweils in einem Sieg und einer Niederlage resultierten. Creuznacher gelang dabei die erfolgreiche Revanche für die Hinspielniederlage, die ihm noch gut in Erinnerung war. Einen blockierenden Effekt mochte man dieser Niederlage anheim stellen, ging der erste Satz doch im Schnelldurchgang an der Stralsunder Peters. Noch schneller war Creuznacher im Zweiten, diesmal aber auf der Überholspur unterwegs. Gleiches galt für den dritten Satz. Dann im Vierten hatte auch Peters wieder mehr vom Spiel, aber ab Satzmitte setzte sich der Rostocker mit dem nötigen Punktpolster ab, das man zum Gewinnen eines Satzes benötigt (-3, 1, 5, 9). Auch bei Krüger gegen Schwenn stand eine Revanche auf dem Spiel. Aus Krügers und unserer Sicht kam sie jedoch nicht zustande. Krüger hielt die Noppe Schwenns im Auftaktsatz noch außen vor. Dann aber stach sie und das ist aufgrund des Bewegungsmusters, welches Schwenn für seine Rückhandnoppe zu hegen pflegt, sehr wörtlich zu nehmen. Gleich dem Spiel gegen Habedank (1860 Stralsund) konnte man den Eindruck bekommen, dass Krüger machen konnte was er wollte, aber sein Gegenüber immer mit dem letzten Stich sein in den Skat gedrücktes Ass über die Runden brachte (7, -6, -8, -8).

Wir hofften auf Wolf (gegen Berger) und Peters (gegen Buxot) und wurden nicht enttäuscht. Ein Spiel auf Kippe war zwischen Wolf und Berger zu sehen. Die Sätze 1 und 2 wurden lange Zeit vom Rostocker bestimmt. Zweimal führte er 8:4 und zweimal wurde es spannend. Da er zumindest den ersten Satz noch gewann, hatte er trotz der Verluste von Satz 2 und 3 immer noch die Chance zum Sieg. Endlich packte er die Vorhand wieder konstanter aus und zeigte im vierten und fünften Satz, dass er doch eigentlich gute Nerven hat (12, -8, -8, 8, 7). Peters gab den ersten Satz ab und haderte. So galt es ihm in erster Linie Mut zuzusprechen und ihm die Taktik „weniger Fehler als der Gegner zu machen“ ans mit auf den Weg zu geben. Es ging besser, denn Buxot ist kein schlechter, aber kein konstanter Spieler – noch nicht. Satz drei lief dann schon wieder wie am Schnürchen und verpasste Peters das nötige Selbstbewusstsein für die enge Satzphase im Vierten (-7, 8, 4, 10). Damit drehten wir zum Ende der ersten Einzelrunde den Spieß um und führten nun mit 5:4.

Wieder war Scheel an der Reihe und wieder kam ein Krimi dabei herum, an dessen Ende Scheel wieder triumphierte und wie sollte es anders sein, wieder nach fünf Sätzen und wieder mit zwei Punkten Vorsprung (-7, 4, -4, 5, 10). Punktlandung. Zum zweiten Mal drehte Scheel ein Spiel nach 1:2-Satzrückstand und zum dritten Mal heute ein Spiel nach 0:1-Satzrückstand. Klasse Nervenkostüm. Schweitzer erging es indes andersherum. Er führte jeweils mit 1:0 und 2:1 gegen Janzon, aber der behielt in den Sätzen 4 und 5 immer die kleine Nasenspitze vorn (3, -5, 8, -9, -9).

Creuznacher hatte ähnlich wie Scheel heute, dreimal nach 0:1 noch gewonnen. Jetzt gewann er den ersten Satz gegen Schwenn und brach damit das Gesetz der Serie. Das wog aber nicht so schlimm, wie die letztlich feststehende abermalige Niederlage gegen den Neu-Stralsunder. Vielleicht hätte er den ersten Satz abgeben sollen. Da aber Satzgewinne besser sind als irgendwelche Statistiken, beendete er den Auftaktsatz nach 9:2-Führung (!) und 9:9 mit einem tödlichen Netzball (10:9) und einem wiedergefundenen Vorhandtopspin durch die Mitte (11:9). Das Spiel war danach offener, aber Creuznacher eigentlich auf der Verliererstraße. Auch wenn die einzelnen Satzergebnisse es anders ausdrücken, verhinderte die Aufschlagannahme den vierten Sieg für Creuznacher heute (9, -8, -9, -9). Krüger hatte es wieder mit einem Peters zu tun, diesmal aber im Duell gegeneinander. Der Stralsunder gab von Anfang die Richtung vor, pausierte nur kurz im 2. Satz, um dann Krüger wieder einzuholen, stehen zu lassen und als unbestrittener Erster über die Ziellinie zu fahren (-5, 9, -6, -5).

Mit Buxots Sieg gegen Wolf gelang den Stralsundern der vierte Punktgewinn in Folge. Dabei hatte Wolf selbst alle Siegchancen auf seiner Seite, doch diesmal nutzte der Gegner die Schwächephasen des Rostockers konsequenter. Die Vorentscheidung fiel durch den Gewinn des dritten Satzes und der darauffolgenden Sturm- und Drangphase Buxots. Die Auszeit bei 3:8 kam definitiv zu spät (8, -8, -10, -4). Schade. Peters schwang sich aber auf, um uns weiter im Spiel zu halten. Dabei kam ihm die unbeständige Form Bergers entgegen. Gute und schöne Punkte stärkten Peters den Rücken und beflügelten ihn sichtlich. Nach dem knappen ersten Satz, war der Sieg ungefährdet (9, 5, 5).

Im dritten Punktspiel in Serie (Kröpelin, 1860 Stralsund) entschied nun das Abschlussdoppel über Freud und Leid oder über einen oder keinen Punkt oder einem pathetisch durchsetztem Sein oder Nichtsein. Anders als bei den Abschlussdoppeln in den Spielen gegen Nord-West 2 (8:8), Kröpelin (8:8) und erst kürzlich gegen 1860 Stralsund (9:7), war uns das Unentschieden vor Beendigung desselbigen nicht sicher. Andersherum wären wir entspannter in die Partie gegangen. Vielleicht war das der Grund für den Verlust des ersten Satzes von Scheel / Schweitzer gegen Durski / Peters. Vor allem Scheel zeigte ungewohnte Abschlussschwächen. Schweitzer hielt sie im Rennen. Dennoch vergaben sie die Möglichkeit zum Satzausgleich und mussten nun einem 0:2-Satzrückstand hinterher laufen. Immer noch hatte Scheel Ladehemmung, aber Schweitzer spielte immer noch für zwei. Der Satzausgleich war geschafft, wenn auch zu den Satzenden hin die Nerven der Team- und Vereinskollegen unnötig strapaziert wurden. Scheel traf in dieser Partie maximal 4 oder 5 Angriffsbälle. Einen davon setzte er mit der Schlägerkante auf die gegnerische Tischkante. Ein Deja-vu-Erlebnis, hatte doch Janzon vor gut zweieinhalb Stunden einen ähnlichen Lucky Punch gegen Scheel / Schweitzer gehabt. Die Rostocker waren wie das gesamte Spiel über spielbestimmend und führten wieder komfortabel, mussten aber nach zwei vergebenen Matchbällen beim Stand von 10:7 per außen eingeforderter Auszeit auf das Wesentliche (Peters) ausgerichtet werden. Der zweite gelungene Angriffsball Scheels brachte anschließend den elften Punkt zum Match, den acht Punkt zum Unentschieden und die Gewissheit, dass das Saisonziel Nichtabstieg realisiert werden konnte. Das Zustandekommen des elften Punkts war eine Kopie, der von Janzon und Scheel hinlänglich beschriebenen Wundertüten. Scheel war erneut der Erste, der diese öffnen durfte. Das war aber auch gerecht, hatte er doch im 2. Satz bei 10:8 eine Fichte warum auch immer nicht abgeholzt.

Jubel, Trubel, Heiterkeit oder Plop, Plop, Plop.

 

Text: Ulrich Creuznacher

Fotos: keine

Tabelle und Spielprotokoll sind hier versteckt.