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Süd-Oldies sind echte Goldies

Ein sehr langes Wochenende umfasste die 22. Landeseinzelmeisterschaft (LEM) der Seniorinnen und Senioren in Röbel. Ganze drei Tage waren, wie in den letzten Jahren häufiger, nötig, um allen Teilnehmern ihren Kampf um die Medaillen zu ermöglichen. Unsere Süd-Oldies, die jetzt nur noch Süd-Goldies heißen sollten, waren mit Abstand am erfolgreichsten. Insgesamt heimsten die Goldies 12x Gold, 12x Silber und 6x Bronze ein, zusammen fast Eindrittel aller vergebenen Medaillen!

AK 40

Das lag natürlich auch daran, dass Mathias "Auge" Wähner (AK 40) mit von der Partie war und bei seinem Debüt im Seniorenbereich sogleich drei Titel abräumte (Einzel, Doppel mit Mathias Goldmann, Mixed mit Gabriele Kalka). Im Einzel gab Wähner nicht einen Satz ab, auch nicht Finale 3:0 gegen Reiner Marckwardt von Aufbau Parchim. Marckwardt verpasste damit wie im Vorjahr den Sprung nach ganz oben, verhinderte aber mit dem 3:1 gegen Goldmann ein reines Süd-Finale. Immer wieder erstaunlich, wie "Thias" bei den dem LEM Senioren auftrumpft. Herren-Landesmeister Uwe Schütz (Aufbau Parchim) konnte sein Viertelfinale gegen Torsten Kischel (TTSV Neubrandenburg) wegen Rückschmerzen nicht antreten. Für Axel "Acki" Bartsch war im Sechzehntelfinale, für Rajko "Fredi" Grawert und Hilmar Dzyk im Achtelfinale war Schluss. Dzyk verlor gegen den späteren Halbfinalisten Frank Lehmann (TTSV Neubrandenburg) mit 9:11 im fünften Satz (-6,6,-8,6,-9). Bartsch unterlag etwas überraschend Uwe Milhahn (Grün-Weiß Waren) mit 2:3. Für Sven "Roller" Roll und Christian Neukammer war in der Vorrunde Endstation. Während Neukammer satz- und sieglos blieb, hatte Roll wie seine beiden Mitkonkurrenten je einen Sieg und eine Niederlage, allerdings die schlechteste Satzbilanz der drei. Knapp draußen ist leider auch draußen.

Im Doppel- und Mixedwettbewerb füllte zwar Wähner mit seinen Partnern die Hauptrollen aus, aber in den Nebenrollen, für die es bekanntlich auch Oscars gibt und die nicht selten die Hauptdarsteller in den Schatten stellen, trumpften weitere Süd-Sternchen auf. Im Herren-Doppel waren dies Grawert / Roll, die nur von Wähner / Goldmann gestoppt werden konnten. Und auch Dzyk holte sich seine Medaille ab. Mit seinem Stralsunder Partner Timo Looks (Medizin) scheiterte er in vier Sätzen an Lehmann / Kischel. Beachtenswert. In der Runde zuvor waren die Neubrandenburger auch für Neukammer / Frank Jost ( ESV Hagenow) eine Nummer zu groß. Bartsch / Schütz, eine vielversprechende Paarung, bestritt wegen der Verletzung Schütz' kein Spiel, wovon Neukammer / Jost direkt profitierten. Mehr Einsatzzeit hatte Bartsch dann an der Seite von Gaby Dombrowski (TSG Neubukow), die sich auszahlte. Beide standen dank eines aufreibenden Fünfsatzkrimis gegen Andrea Neumann / Schütz (-8,8,15,-9,9) wieder im Finale. Die Titelverteidigung verhinderten wie o.g. Wähner / Kalka humorlos. Zusammen mit Susanne Busch (SV Gützkow) kam Neukammer nicht über die erste Runde hinaus, auch wenn diese gleichzeitig das Viertelfinale war, also praktisch das "Medaillenspiel".

Dank der Rückkehrerin und einzigen Süd-Starterin in der AK 40 Kalka, war Süd bei den "jüngsten" der Ältesten die Macht von der Ostsee schlechthin. Kalka wurde Zweite im Einzel und Doppel (mit Gaby Dombrowski), konnte sich aber, wie auf den Siegerehrungsfotos gut zu sehen ist, darüber wenig bis gar nicht freuen. Warum? Nach Beendigung der Vorrunde in der Einzelkonkurrenz änderte sich der Turniermodus von "K.O.-System" zu einer Endrunde im Modus "jeder-gegen-jeden". So schleppte Kalka die Vorrundenniederlage gegen Birgit Hiltscher (Aufbau Parchim) immer mit sich mit. Die Parchimerin blieb auch in der Endrunde verlustpunktfrei und sicherte sich somit den Meistertitel. Das Ärgernis ist absolut nachvollziehbar, aber vielleicht war Hiltscher wirklich besser an diesem Tage, denn das Spiel beider war als Letztes in der Vorrunde angesetzt, also bereits 2 Spiele absolviert. Da müsste man bereits im Turnier angekommen sein. Nichtsdestotrotz, kann man nicht während des Turnierverlaufs den Modus ändern!

Im Doppel waren alle Teilnehmerinnen schon vor Turnierbeginn Sieger, da sofort mit dem Halbfinale begonnen wurde. Antje Bekkert / Sabine Stöckmann (Grün-Weiß Waren / TSV Binz) schalteten Kalka / Dombrowski problemlos. Gegen Hiltscher / Neumann war es eine Nummer schwieriger, letztlich sogar zu schwierig. Bei weitem nicht chancenlos, aber doch unterlegen, steckte Kalka die zweite Niederlage gegen Hiltscher ein (8,-5,9,8).

AK 50

Weitere positive Ausrufezeichen setzte Birgit Finger, die ohne Niederlage in der AK 50 die Goldmedaille im Einzel holte und nach 2009 erneut die Landesbeste ist. Nervenstärke in den K.O.-Spielen war ihr größtes Plus. Und wenn es schon einmal gut läuft, machte sie weiter davon Gebrauch. Im Damendoppel war sie mit Heidrun Kissmann (Medizin Stralsund), die sie im Endspiel der Einzelkonkurrenz besiegt hatte, nicht zu schlagen. Das "Wähner-Triple" schaffte sie indes nicht, scheiterte an der Seite von Jörg Möller (Nord-West Rostock) im Halbfinale deutlich an Violeta Becker / Egbert Wendel (Medizin Schwerin / Greifswalder SG). Trotzdem ein formidables Wochenende für Finger.

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Für die Herren-Medaille in der AK 50 sorgte der wieder aufblühende Michael Peters. Bronze war die Farbe, weil er in der Vorschlussrunde am späteren Sieger und Titelverteidiger Martin Powilleit (Nord-West Rostock) trotz harter Gegenwehr nicht vorbeikam (1:3). Im Doppel kamen die Süd-Vertretungen lediglich bis ins Achtelfinale. Lediglich Andreé Berndt war im Vorrundenkarussell hängen geblieben. Peter-Manfred Wolf und Peter Mundo kamen weiter, Erstgenannter bis ins 1/8-Finale, Letztgenannter bis 1/16-Finale. Im Doppelwettbewerb mussten Wolf / Berndt wie auch Mundo / Christian Stratonowitsch (TTSV Neubrandenburg) bereits nach einer gespielten Partie die Koffer packen. Aufgrund eines Freiloses, war dies bei Wolf / Berndt im Achtelfinale, für Mundo / Stratonowitsch bereits im Sechzehntelfinale.

AK 60

In der AK 60 schaffte es der einzig gemeldete Südler, Manfred Adam, es leider nicht sich nach ganz vorn zu spielen. Mit Platz 2 in der Vorrundengruppe qualifizierte sich der Stadtligist aber für die Endrunde. Hier scheiterte Adam im Achtelfinale denkbar knapp in fünf Sätzen am späteren Vize-Landesmeister Burkhard Kortmann (Nord-West Rostock, Landesliga). Was wäre wenn? Im Doppel (mit Hans-Jürgen Tomski, Medizin Schwerin) gab es ebenfalls in der Runde der letzten Acht das Aus. Sie unterlagen Hans-Werner Boldt / Hans Brinckmann (Grün-Weiß Waren) mit 9:11 im Entscheidungssatz. Die Warener holten am Ende Bronze. Auch hier: Was wäre wenn? Die Damen, bzw. die Dame, war in derselben Altersklasse, erfolgreicher. Marion Geselle sicherte sich Gold, hatte allerdings nur ein Spiel dafür gewinnen müssen. Monika Wilkens (Dömitzer SV) war ihr in drei Sätzen (-8,-9,-9) unterlegen. Wilkens ließ die Südlerin auch ein zweites Mal hinter sich, als Geselle mit ihrem Mixed-Partner Ulrich Kraft (Hagenower SV) Wilkens und ihrem Partner Horst Kalas (TSG Ludwigslust) das Nachsehen gab. Logischerweise war hier das Endspiel gleichsam das einzige Spiel, das ausgetragen wurde. Für die Doppelentscheidung wurde altersübergreifend ein Turnier ausgespielt und Paarungen in den AK 60 bis AK 80 gebildet. Hier holte Geselle ihre nächste Medaille, diesmal Silber mit ihrer Altersgenossin Wilkens. Es siegten Christine Lübbe / Roswitha Wiencke (Medizin Stralsund / VfL Schwerin). Platz 3 ging mit Edith Bruhn / Inge Gorbaug, eigentlich AK 80, ein weiteres Edelmetall an Süd. Leider beruhte ihre Niederlage gegen Lübbe / Wiencke nicht auf einen sportlichen Wettkampf, sondern auf einer verletzungsbedingten Absage der Südlerinnen.

AK 65

Hier wurde es richtig voll mit Südlern auf den Siegerpodesten. Dafür ursächlich waren Klaus Kluth und Wolfgang Pagel, die zusammen 3 goldene und 3 silberne Plaketten für sich und Süd einheimsten. Demnach waren alle Finalspiele mit Süd-Beteiligung absolviert worden. Kluth holte Gold in der "Königsdisziplin" Einzel. Er ließ Pagel nicht den Hauch einer Chance, setzt ihm im Eröffnungssatz sogar das neueste Monokel-Modell, Version 11.0, auf. Kluth gab in der ganzen Endrunde nur 31 Punkte in 9 Sätzen, also durchschnittlich fast immer "Schneider", ab. Sagenhaft souverän! Pagel schaltete auf dem Weg ins Endspiel Klaus' Zwillingsbruder Hans-Jürgen im Halbfinale nach 1:2-Satzrückstand noch aus. Im Doppelwettbewerb "revanchierte" sich Pagel an Kluth. Zusammen mit Klaus Beckmann (Nord-West Rostock), welcher ebenfalls von Kluth im Einzel nahezu demontiert worden war, entrissen sie dem aktiven Verbandsligisten Kluth noch den sicher geglaubten Dreifachtriumph im Einzel, Doppel und Mixed. Kluth / Klaus Brückner (VT Ludwigslust) führten 2:0 in den Sätzen, gewannen diese sehr deutlich, unterlagen dennoch mit 3:2 (-3,-6,4,8,6). Pagel / Beckmann wiederholten damit auf der Zielgeraden doch noch ihren Titelgewinn aus dem Vorjahr. Wie schon angedeutet, verpasste Kluth somit das gleiche Kunststück wie Wähner zu vollbringen, drei Titel in drei Wettbewerben zu gewinnen. Zumindest konnte er Pagel ein weiteres Mal in die Schranken verweisen. Im Mixed, an der Seite von Lübbe, gab es ein 3:0 gegen Pagel / Wiencke. Die Mixed-Konkurrenz der AK 65 wurde um die AK 70 erweitert.

AK 70

Hans-Georg Dörfling hielt bei den über 70-Jährigen als Einziger die Süd-Fahnen hoch. Frauen waren hier nicht am Start. Silber errang Dörfling im Doppel mit Manfred Knepel (SV Rövershagen). Im Halbfinale konnten beide noch die Vorjahressieger Franz Hoder / Günter Ujma (TTSV Neubrandenburg / Grün-Weiß Waren) bezwingen. In einem Finale auf Augenhöhe hatten letztlich aber Werner Grosenick / Peter Holz (Medizin Stralsund) im Entscheidungssatz den längeren Atem. Knackpunkt war vielleicht das 13:15 im ersten Satz. Somit blieb für Dörfling erneut nur Silber im Doppel. In der Einzelkonkurrenz hatte die Auslosung Knepel und Dörfling in eine Gruppe gelost. Knepel wurde Erster, Dörfling Zweiter. Zwar konnten beide im Verlauf der K.O.-Runde ihre Bezwinger im Doppel im Solowettkampf niederringen, jedoch mit unterschiedlichem Erfolg. Während Dörfling Grosenick im Achtelfinale 3:2 besiegte und "nur" eine Runde weiterkam, bedeutete das 3:2 für Knepel gegen Holz den Landesmeistertitel. Am Rande sei noch eine weitere Gemeinsamkeit erwähnt, denn Knepel und Dörfling lagen in den besagten Spielen bereits mit 0:2 im Hintertreffen ehe sie dann den Turbo zündeten. Im Mixed-Wettbewerb war Dörfling nicht vertreten.

AK 75

Hier waren keine Herren und nur eine Frau für Süd am Start, die aber das Maximale herausholte. Gold im Einzel ging an unsere sympathische Lieselotte Raese. Dass sie die Einzige in ihrer Altersklasse war, nun ja. Wahrscheinlich haben alle anderen eingesehen, dass sie keine ernstgemeinten Titelchancen gehabt hätten, nach dem bekannt war, dass Raese teilnehmen würde. Ein wenig komisch ist es schon, wenn man nicht ein einziges Spiel absolviert und trotzdem ganz oben steht. Eine Mixed-Teilnahme wäre nur möglich wenn die Altersklasse (AK 65 bis 70) um eine erweitert worden wäre. Auch in der zusammengelegten Damendoppelkonkurrenz (AK 60-80) war Raese nicht am Start. Ein schöner Wochenendausflug in die Stadt mit dem "bunten Hafen am kleinen Meer" eben.

AK 80

Hans-Joachim Wisotzki, mit 83 Jahren ältester Teilnehmer der LEM Senioren, konnte im Einzel seinen Titel von 2011 leider nicht verteidigen. Herbert Fuhrmann (Torgelower SV) machte seinem Namen alle Ehre und "fuhr" an Wisotzki vorbei, der sich mit Silber begnügen musste. Weil in dieser AK naturgemäß wenige Teilnehmer sind, soll auch der zweite "Neuling", wenn auch nicht bei Süd spielend, aber immerhin Rostocker, erwähnt werden. Wie Fuhrmann war auch für Olaf Petersson vom ESV Lokomotive Rostock, die Premiere in der höchsten Altersklasse. Viele wären froh, wenn sie in diesem Alter noch stock- oder vehikelfrei am Tisch "stehen" könnten. Hochachtung. Für die Combo Wisotzki / Fuhrmann gab es in der zusammengelegten Doppelkonkurrenz (AK 75 bis AK 80) nichts zu holen.


Alle Ergebnisse der LEM Senioren 2012 in Röbel sind hier hinterlegt.

Einige Bilder von den Siegerehrungen (Rajko Grawert) sind hier zu finden.

 

 
Kommentare (7)
AK 40
7 Freitag, 03. Februar 2012 um 09:46
uli
@ jens: wer will denn noch 12 jahre warten? nach meiner rechnung ist es bei mir bereits in 9 jahren so weit. ob das nun toll ist oder nicht, ist eine andere frage.
Bald
6 Donnerstag, 02. Februar 2012 um 19:39
Jens
... werden auch wir, lieber Herr Uli, bei den Senioren LEM starten. In genau 12 Jahren ist es soweit :D. Allerdings ob es in MV sein wird, bleibt natürlich sehr fraglich ;). Ansonsten sehen wir uns bald in der AK 40 :D.
nachtrag
5 Donnerstag, 02. Februar 2012 um 14:52
uli
mensch fredi, wenn ich dich nicht hätte. habe euren 3. platz und auch einige andere doppel-/mixed-platzierungen in der ak40 einfach über die klippen springen lassen. zum glück waren alle mit rettungsleinen abgesichert und ich konnte sie wieder einbauen.
Seniors
4 Donnerstag, 02. Februar 2012 um 14:22
Fredi
Waren mal wieder genial die Senioren Landesmeisterschaften. Macht immer wieder richtig Spaß, obwohl wir eigentlich vom Aussehen her noch gar nicht mitspielen dürften ;-). Dritter im Doppel mit Roller.......echt genial. Nur Auge und Thias konnten uns bremsen. Aber die bronzene Medaille sieht eh vieeeel schöner aus !!!!!!! ;-)
zwillinge
3 Donnerstag, 02. Februar 2012 um 10:09
uli
ha, svenny ich weiß was, was du nicht weißt...oder doch nicht. :-p
das war ein natürlich ein buchstabendreher, den ich umgehend korrigiert habe.
danke für den hinweis.
Glückwunsch
2 Donnerstag, 02. Februar 2012 um 00:05
Jens
Einen Glückwunsch an alle Medaillenträger aus Rostock. Mittlerweile ist die Senioren LEM ja ähnlich medial geprägt und wichtig wie die "richtige" LEM :).

Grüße
AK 40
1 Mittwoch, 01. Februar 2012 um 18:30
Svenny
:D ... Christina Neukammer? :D ... ist die neu? --> kenne ich noch gar nicht ... hehe

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