9:4 (Oberalster), 8:8 (Füchse 2) und 9:5 (Stahnsdorf) – Süd 1 hält dem Druck stand, punktet fünffach und springt aus dem Keller
6. April 2016   By:    Punktspiele 2015/16   Comments are off

Als Letzter stand die 1. Herren des TSV Rostock Süd vor dem „Wochenende der Wahrheit“ mit dem Rücken zur Wand. Ohne einen Zähler verlief bis dahin die Rückrunde ziemlich enttäuschend ab, zumindest was die reinen Ergebnisse betraf. Das machte Mut, den die Südler um Kapitän Mathias „Auge“ Wähner brauchten, um in den imminent wichtigen Heimspielen (den ersten der Rückserie!) gegen Oberalster, Füchse Berlin 2 und Stahnsdorf nicht nur zu bestehen, sondern auch kräftig zu punkten. Verlieren verboten und das bei diesem Druck. Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn. Das Publikum pushte, pushte und pushte alle zu Top-Leistungen.

Am Ende sprangen stolze fünf Punkte heraus. Mit den Siegen gegen Oberalster (9:4) und Stahnsdorf (9:5) und dem Remis gegen die Füchse Berlin II (8:8) katapultierte sich Süd auf einen Schlag auf Platz 5 (12:22 Punkte), hat nun beruhigende drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz (Oberalster, 8., 9:21).

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Jetzt sieht’s richtig gut aus. Eigentlich, ja eigentlich sollte nun nichts mehr schiefgehen. „Charlottenburg (10., 8:24) hat noch zwei Spiele offen, muss seinerseits hoch gewinnen, Süd sein letztes Spiel gegen Poppenbüttel dagegen hoch verlieren – möglich, aber irgendwie nicht denkbar. Stahnsdorf (9., 9:25) hat nur noch ein Spiel, Süd nicht mehr gefährden. Oberalster hat noch das Spitzentrio um Poppenbüttel, Ahrensburg/Großhansdorf und Eiche Kiel vor der Brust. Daran kann man, muss man aber nicht glauben, dass Oberalster dort die nötigen (drei) Punkte holt.

Die Tabelle.
Der Tabellenechner.

Den Grundstein gelegt Rostock Süd gewinnt 9:4 gegen Oberalster

(geschrieben von Leo)

Selten traf das Wort „richtungsweisend“ den Charakter eines Tischtennisspiels besser als für die Begegnung gegen Oberalster. Hier musste der Grundstein für das  anvisierte Sechs-Punkte-Wochenende gelegt werden. Sollte bereits im ersten Spiel gegen die ebenfalls im Abstiegskampf verstrickten  Hamburger am Ende eine Niederlage stehen, wäre die Saison faktisch gelaufen. Im Hinspiel stand ein gerechtes 8:8 zu Buche. Damals machte vor allem das starke untere Paarkreuz einen Strich durch die Rostocker Rechnung.

Wie sehr die Rostocker unter Druck standen, zeigte sich bereits in den Eingangsdoppeln. Rakowski/Stürmer kämpften sich zu einem am Ende sicheren Erfolg gegen Ebell und Acevedo. Jokiel/Puhlmann waren erwartungsgemäß chancenlos gegen das Einserdoppel der Gäste mit dem starken Letten Arturs Reinholds, während Stynen/Wähner nach schwacher Leistung  Schild/Hartmann in fünf Sätzen gratulieren mussten. Im oberen Paarkreuz dann IMG_0743 Kopiekeine Überraschungen. Der formstarke Rakowski hatte keine Mühe mit Weber, während Jokiel standesgemäß gegen den gegnerischen Spitzenspieler Reinholds unterlag. Rostocks mittleres Paarkreuz setzte dann die Segel auf Sieg. Sven Stürmer gewann gegen den Rückhandaufschlagkünstler Acevedo mit 3:1, während sein Paarkreuzkollege Leo Stynen erst im dritten Satz gegen Ebell zu seinem Spiel fand und nach 0:2-Rückstand noch das Ruder rumriss.

Spätestens jetzt war nun auch das Publikum voll da. Mathias Wähner legte gegen Hartmann nach. 5:3 Führung für Süd! Routinier Schild war gegen Puhlmann pro Satz zwei Punkte besser und brachte damit Oberalster wieder zurück ins Spiel. 4:5 aus Sicht der Gäste. Doch wer jetzt dachte, dass das Spiel noch einmal kippen könnte, sah sich getäuscht. Tomek Rakowski zeigte gegen Reinholds, dass er zu den stärkeren Spieler der Liga  im hochwertigen oberen Paarkreuz gehört und setzte sich nach spektakulären Bällen gegen Reinholds durch.IMG_0689 Kopie

Das Publikum tobte und die Moral der Gäste war nun spätestens nach der Niederlage ihrer Nummer Eins gebrochen. Sven Stürmer und Leo Stynen sorgten gegen Ebell und Acevedo mit zwei ungefährdeten Siegen dann für den 9:4-Endstand. Die Erleichterung über den gelungenen Auftakt war überall in der Halle zu spüren. „Jetzt müssen wir den Schwung nutzen und unbedingt morgen nachlegen. Wir hoffen wieder auf so eine tolle Kulisse wie heute. Die Zuschauer haben uns regelrecht getragen“, bilanzierte Wähner.

Das Protokoll.
Der Facebook-Ticker.
Die Fotos.

4:50 Stunden gegen die Füchse II – Und ein Punkt auf der Habenseite!

(geschrieben von Sven)

Nach dem wir am Samstag mit 9:4 gegen Oberalster siegen konnten, stand am Sonntag schon das nächste Spiel um 11 Uhr auf den Plan. Beim Einspielen bewunderten die Füchse aus Berlin noch kurz Svennys Sound, der aus dem Schläger „klickte“ und nahmen eine Geruchsprobe – die fiel zu deren Zufriedenheit aus und dann konnte es losgehen.

Wir spielten wie am Vortag gegen Oberalster. Die Füchse kamen mit Jackowski, Piwonski, Nguyen, Gehler, Koschei und Salha.

Dieses Mal schafften wir es endlich mal wieder mit 2:1 aus den Doppeln zu gehen. Denn Svenny / Tomek gewannen mit 3:1, Daniel und Tili unterlagen Jackowski / Piwonski mit 1:3 und Auge / Leo siegten gegen Gehler / Koschei mit 3:1.

IMG_0528 KopieIMG_0560 KopieDann folgte ein Raketenstart von uns. Tomek gewann ein starkes Spiel gegen Piwonski mit 3:1, Svenny schlug Gehler haarscharf mit 3:2 (zu 9 im 5.), Leo siegte gegen Nguyen mit 3:1 und Auge schlug Salha 3:0. Nur Daniel musste sich dem 1er Jackowski mit 1:3 geschlagen geben. Daniel legte ein unglaublich starkes Spiel hin. Das beste Spiel des Tages hatte eigentlich keinen Verlierer verdient, aber Berlins polnischer 1er setzte sich durch. Tili hatte Chancen gegen Koschei, verlor aber drei Sätze wieder mit zwei Punkten Unterschied und gratulierte dem jungen Berliner zu dessen 3:1-Sieg.

Im Duell der Spitzenspieler zeigte Tomek eine wahnsinnige Performance gegen Jackowski und legte ihn mit 3:0. Es stand 7:3 für uns – eine denkbar gute Grundlage, um zu punkten. Dann aber ein Bruch. Daniel unterlag Piwonski mit 3:1, Svenny sah keine Sonne gegen Nguyen und Leo unterlag Gehler auch klar mit 0:3. Auge konnte die Serie dann endlich unterbrechen und fiedelte Koschei nach verlorenem ersten Satz mit 3:1 vom Tisch. Parallel dann die letzten beiden Spiele des Tages. Tili unterlag leider Salha mit 1:3 und verlor wieder zwei Sätze mit zwei Punkten Unterschied. Das ist eben der Unterschied – noch Tili, noch.

IMG_0653 KopieBeim Stand von 8:7 für uns, sollte das Entscheidungsdoppel das Spiel entscheiden. Svenny sah sich in seinem ersten Entscheidungsdoppel der Saison (das zählte) an der Seite mit Tomek den beiden Berliner Jackowski und Piwonski gegenüber. Dass es ein Spiel mit langen Ballwechseln werden wird, war hier von Anfang an klar. Aber was alle Akteure am Tisch lieferten, war teilweise echt großer Sport. Svenny und Tomek „bombten“ die ganze Zeit, aber ihnen gegenüber standen zwei Akteure, die eine Gummiwand aufbauten. Ich persönlich spielte teilweise wohl mindestens am Limit (wenn nicht sogar drüber weg), aber die beiden Berliner brachten immer einen Ball mehr zurück. Der fünfte Satz musste die Entscheidung bringen. Dass hier am Ende ein 11:6 für die Füchse steht, ist vielleicht etwas zu hoch, denn mein Empfinden am Tisch war, dass dieses Spiel auch keinen Verlierer verdient hat. Wahnsinn und ein absolute virtuelle Verbeugung vor Greg (Jackowski) und Piwo – Glückwunsch.

Somit stand ein 8:8 auf dem Papier und wohl auch ein verdientes Unentschieden zweier absolut gleichwertiger Mannschaften! Die Unterstützung des Publikums war der absolute Wahnsinn. Unglaublichen Dank!!!

4:50h, in Worten: Vier Stunden und fünfzig Minuten. So lang haben wir gespielt und in 25 Minuten ging es bereits weiter gegen Stahnsdorf – davon berichtet euch jetzt Auge.

Das Protokoll.
Der Facebook-Ticker.

Superstart, dann (wie immer) gezittert und am Ende drückt unser Auge keines zu – 9:5 gegen Stahnsdorf und die Halle bebte.

(geschrieben von Auge)

Kurz nach unserem fast 5 Stunden Match gegen die Füchse Berlin, ging es pünktlich um 16 Uhr gegen Stahnsdorf weiter. Also das nächste für uns überlebenswichtige Spiel. Die Ausgangssituation hatte Stahnsdorf aber auch, denn sie mussten uns schlagen, um die Abstiegsränge zu verlassen. Im Vorfeld war uns noch nicht bewusst, ob es ein Vor- oder Nachteil für uns ist, zwei Spiele an einem Tag auszutragen. Um es vorweg zu nehmen, es war wohl doch eher ein Vorteil für uns :-)

Unsere Gäste traten in der Aufstellung Englert, Grothe, Henrik Fischer, Karsten Fischer, Losch und Nierzejewski an. Wir hielten erneut mit unserem Stammsechser, wie schon die beiden Spiele zuvor, dagegen.

Getragen von unserem unglaublichen Publikum (es waren wohl über 60) spielten wir wie im Rausch. Nach den Doppeln hieß es 2:1 für uns, denn sowohl Tomek/Svenny gegen Grothe/Losch, als auch Leo/Auge gegen H. Fischer/Nierzejewski gewannen ihre Spiele. Nur Daniel/Til gegen Englert/K. Fischer mussten dem Gegner gratulieren.

Tomek legte mit einem 3:2-Sieg gegen Grothe nach und Daniel gratulierte Englert zu seinem Sieg. Jetzt kam der Auftritt unserer starken Mitte. Svenny siegte erstmalig gegen Papa Karsten Fischer und Leo siegte gegen Sohnemann Henrik – zwei unglaublich wichtige Spiele, denn so konnten wir uns auf 5:2 absetzen. Auge siegte dann gegen Nierzejewski und dann kam die große Stunde unseres Youngsters Til. Er bezwang in einem enorm wichtigen und emotionalen Spiel Losch mit 3:0. Stark Til, so konnten wir uns auf 7:2 absetzen.IMG_0562 Kopie

IMG_0844 KopieTomek hatte dann das Nachsehen gegen Englert, Daniel gegen Grothe und auch Svenny gegen H. Fischer. Sollte das Spiel einen ähnlichen Verlauf wie gegen die Füchse haben? NEIN! Leo und Auge machten den Sack zu und wir schlugen somit Stahnsdorf mit 9:5. Ein Riesenjubel brach aus.

Damit rückt der Klassenerhalt immer näher. Es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn es nicht reichen sollte. Aber wer weiß, im Sport ist alles möglich und wir haben ein Siegerbier und kein Klassenerhaltsbier getrunken. Das würden wir aber sehr gern noch nachholen. :-)

Vielen Dank nochmal an alle, die uns unterstützt haben!!! Hervorheben möchte ich dabei Brüschi fürs Coachen und das mega-geile Publikum fürs mega-laute Anfeuern!

Das Protokoll.
Der Facebook-Ticker.

Fotos: Rajko Grawert (5, alle vom Spiel gegen Oberalster), Sven Stürmer (1)