Grau ist keine Theorie – Süd 2 trotzt den Aufstellungskünstlern von Neubrandenburg 2 (9:0) und Neubrandenburg 1 (9:6)
7. November 2017   By:    Punktspiele   No Comment

Ossi hat Gefallen gefunden am unterhaltsamen Aufbereiten sportlicher Ereignisse, vornehmlich derer seiner Mannschaft von Süd 2. Mitte Oktober 2017 war’s als sich die Aufstellungskünstler von Neubrandenburg mit einer interessanten Theorie ob des einsetzbaren Personals vorstellten – und umsetzten. Süd 2 hielt dem Stand, v.a. in der Nachmittagspartie gegen Neubrandenburg 1. Oder war das doch Neubrandenburg 2? Lest selbst.

Spielbericht Süd 2 vs. Neubrandenburg 2 (9:0)

Nach unserer erfolgreichen Auswärtstour nach Anklam (9:2) und Blesewitz (9:7) Anfang Oktober, hatten wir am 14.10. die Sportfreunde aus Neubrandenburg zu Gast. Parallel spielten wir (Süd 2) vs. Neubrandenburg 2 (NB 2) und Süd 3 vs. Neubrandenburg 1 (NB 1).

Interessant war im ersten Spiel v.a. die Aufstellung der beiden Gastmannschaften. Ich war noch Tage später irritiert, gegen wen wir eigentlich gespielt haben!?

Das muss ich vielleicht doch etwas erklären, denn nicht immer, wenn NB 2 draufsteht, ist auch NB 2 drin! Die Mannschaftshülle ist das eine, die Spieler, die am Ende auf dem Zettel stehen, das andere. Während wir, ich greife dem Ergebnis nun vor, die zweite Mannschaft mit 9:0 bei nur zwei (!!!) Satzverlusten von den Tischen fegten, holte an den Nachbartischen die erste Neubrandenburger Mannschaft ein beachtenswertes 8:8 gegen unsere „Dritte“ heraus! Würde man nach unserem 9:0 glauben, dass NB 2 gegen Süd 3 einen Blumentopf gewinnen könne? Schwer vorstellbar, oder?

Handeln wir mal kurz, ohne despektierlich zu werden, das 9:0 gegen NB 2 ab: in der Höhe etwas zu hoch, aber doch zu klar, um hier irgendeine Spannung in der Berichterstattung aufzubauen. NB 2 spielte mit Kay Ramlow, Hinz, Kernchen, Rambow, Jens Meyer und Christian Meier. Einen Satz gaben Spiegelberg/Peters gegen Kernchen/Rambow ab, ein weiterer Satz ging an Hinz beim 1:3 gegen Micha.

Das war schon die Geschichte. Aber jetzt kam die Verwandlung von NB 2 zum Tragen: nachdem NB 1 gegen Süd 3 unentschieden gespielt hatte, fand ein Bäumchen-wechsle-Dich-Spiel statt und NB 1 und NB 2 tauschten die Spieler aus! Whaaaat?

Da ich unteres Paarkreuz spiele, hatte ich Zeit, an den Nachbartischen im Parallelspiel meine nächsten (so vermutete ich) Gegner Oschlies und Maslanka zu beobachten. Beide spielten furios und konnten im unteren Paarkreuz gegen Süd 3 eine 4:0-Bilanz gegen Weber und Schröder erspielen, die halbe Miete des 8:8!

Nicht schlecht, staunte ich also, als wir zum zweiten Spiel gegen NB 1 antraten, aber eben jene beiden Spieler nicht gegen uns antraten! Das ging so: Von NB 2 wechselten nach dem 0:9 die oben fett gedruckten Spieler in das Team NB 1 und damit wechseln wir auch die Berichterstattung!

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Süd 2 vs Neubrandenburg 1 (9:6)

NB 1 trat nunmehr in folgender Besetzung an: Sandy Lingstädt, Kischel, Claus und -neu- Kernchen, Rambow, Meier aus der Vormittags-Mannschaft (NB 2). Wir gaben Inge Lehner her (musste wieder malochen) und bekamen Carsten Tesing im unteren Drittel hinzu.

Diese Durchtauschkonstellation erwies sich aus Neubrandenburger Sicht als genialer Schachzug, wenngleich ich, wie bereits geschrieben, die Orientierung verlor, gegen wen wir eigentlich gespielt haben.

NB 1 hatte zwar ein 8:8 auf der Habenseite, trat aber gegen uns nun ohne Lehmann, Maslanka und Oschlies an, welche zusammen für 5 der 8 Punkte standen. Dieses Trio, ergänzt um Ramlow, Hinz und Meyer, stellte dann das „neue Team NB 2“, welches an den Nachbartischen für etliche Fragezeichen im Spiel gegen unsere Kollegen von Süd 3 sorgen sollte!

Die Ergebnisse dieses Überkreuzduells sind daher nicht vergleichbar, da jeweils andere Sportler die Kellen kreuzten (kleine Erinnerung an unseren Peter Kuchling, der mir bei diesen Worten die Ohren zupfen würde! > Anm. d. Red.: Nur die Ohren???).

Das Spiel gegen NB 1 war aber viel spannender, als es zunächst den Anschein hatte, denn die Jungs und Mädels hatten richtig Power!

Doppel 1 Peters/Spiegelberg konnte erwartet gegen Claus/Meier 3:1 gewinnen. Aber Franke/Tesing verloren glatt 0:3 gegen Kischel/Lingstädt, wobei v.a. Sandy für einige sehr sehenswerte Aktionen sorgte. Ihre über dem Tisch aus dem Handgelenk geschnippten Topspins und Flicks waren schon einen Zungenschnalzer wert! (Kischi kennen wir ja bereits, da weiß man ja, dass der nichts anbrennen lässt!).

Überraschend auch, dass Osmers/Schweitzer ihre erste Doppelniederlage gegen unangenehme Kernchen/Rambow einstecken mussten. Rambow mit wirklich erstklassigem VH-Topspin und Dietmar, ach, reden wir nicht drüber! Material-Heini! (wie ich! Umso ärgerlicher!) 🙂

Peters schlägt anschließend Kischel 3:0. Erwartet?! Definitiv unerwartet war der klare 3:1-Erfolg von Sandy gegen Mister Gummiwand Franke! Obwohl Uwe wirklich viele Bälle aus der Halbdistanz zurückbrachte, die Linkshänderin mit dem „Hans-Dampf“-Topspin (VH- und RH gleich gut) hatte immer etwas mehr Speed in den Bällen. Respekt für das attraktive Spiel beider!

Eugen kann sich dann gegen Dietmar behaupten (3:1, ich hatte vor dem Spiel ein Fiasko befürchtet, da Dietmar uns schon im Doppel geärgert hatte). Starke Leistung!

Spiegel machte dann in einem Krimi gegen Claus ein 3:2 mit 14:12 im Fünften zum Sieg, nachdem Daniel allerdings schon Matchbälle hatte! Toller Fight auf beiden Seiten und Claus unterstrich einmal mehr, dass er schwer auszurechnen ist. Mal Abwehr, mal Druckschupf und dann wieder RH-Topspin? Wie geht das?

Zwischenstand: 4:3.

Osmers gewinnt gegen Meier 3:0, Tesing verliert gegen Rambow 1:3 (8, -11, -11, -11!) und es steht 5:4 für uns .

Nun kommt es beim Duell zwischen „Meister Yoda“ (Micha) und der jungen „Lady Skywalker“ (Sandy) darauf an, wer die Macht spüren kann. Und es passiert das Erhoffte. Der alte Herr mit dem Lichtschwert kann die wagemutige Kämpferin auskontern! Sehr knapp und am Ende auch von Krämpfen geplagt, musste Sandy eine Niederlage (-8, 10, -10, -7) einstecken. Ich denke, dass das der Knackpunkt des gesamten Punktspiels war. Hätte sie gewonnen, wäre … (hätte, hätte, Fahrradkette, ihr wisst schon!)

Vielleicht war es aber auch das ultra-knappe 3:2 von Uwe gegen den glücklosen Kischi, der sich wie immer die Seele aus dem Leib toppte, aber gegen das Block-Werk von Uwe ohne Fortune war. Schaut man sich die Sätze an, ahnt man, wie sehr hier um das Mett-Ende gerungen wurde: 3:2 (-10, 10, -10, 6, 11!).

Jedenfalls schien nach diesen beiden Matches der Drops gelutscht. Wir führten 7:4. Aber dann verliert Eugen gegen Daniel 1:3, wobei Eugen beim Stand von 1:2 und 8:10 einen Ball an die Seitenkante schlägt, Schiedsrichterin Lingstädt bereits die Punkttafel für Eugen in der Hand hat, aber Daniel den Ball an der Seite gesehen haben will. Sandy ist nun verunsichert und schaut fragend die beiden debattierenden Spieler an, welche mehrfach abwechselnd ihre Version des Ballwechsels schildern, immer in der Hoffnung, der jeweilige Gegenüber würde zustimmen. Keiner gab nach. Und Sandy? Sie traf keine Entscheidung. Am Ende schenkte Eugen ab (soweit ich das mitbekommen habe) und so ging das Spiel an Daniel. Merke: Der Schiri muss sich entscheiden, auch wenn das manchmal schwerfällt. Aber kein Problem. Beim nächsten Mal wird es sicher anders laufen! 😉

Wir kommen auf die Zielgerade: Spiegel schlägt Kernchen klar 3:1 (-7, 5, 7, 7). Und Osmers muss wie Tesing (unerwartet) Rambow zum knappen 3:2 (9:11 im 5. Satz) gratulieren. Ich bin ziemlich angefressen, da ich nach dem 11:3 im vierten Satz, den Sieg schon sicher wähnte. Aber auch Gratulation an Rambow, der inklusive Doppel 2,5 Punkte (!) holte.

Carsten konnte am Nebentisch meine Scharte auswetzen (3:0 gegen Meier) und unser doch recht knappes 9:6 war im Kasten.

Man mag nicht ausdenken, was wäre, wenn Micha oder Uwe ihr jeweiliges Spiel verloren hätten:

  • Wer hätte dann das Schlussdoppel Peters/Spiegelberg vs. Kischel/Lingstädt gewonnen?
  • Am Vormittag hatte das Neubrandenburger Doppel sowohl Bartsch/Schröder als auch das Top-Duo Albrecht/Grawert 3:0 (7, 7, 11) geschlagen!
  • Na, wer hätte auf unser Schlussdoppel wetten wollen? Ich nicht! J (Das sollte man als Respekt vor den Gästen werten, nicht als Abwertung unserer Mannen)

Die Tabelle.

Noch ein Blick auf die Nachbartische: Süd 3 vs NB 2: hier trat nun das Merkwürdige ein, dass NB 2 einen 9:6-Erfolg mit nach Neubrandenburg entführen konnte, während die erste Neubrandenburger Mannschaft ja „nur“ 8:8 gespielt hatte. Wir das gehen konnte?

3:0 nach Doppeln wäre da ein Baustein! Lehmann schlägt Grawert (wohl nicht zum ersten Mal) 3:0. Sanmann muss gegen Hinz auf dieselbe Zitrone beißen (0:3) und auch Bartsch kann den am Fuß gehandicapten Blocker-King nicht stoppen (1:3). Oschlies gegen Weber 3:0 und dann kann Jens Meyer mit zwei 3:0-Erfolgen gegen Roll und Weber den Deckel auf den 9:6-Erfolg von Neubrandenburg 2 oder Neubrandenburg 1 oder Neubrandenburg 1,5 machen. Wer weiß das schon so genau, gegen wen die Jungs nun verloren haben….

Text sowie Titel- und Beitragsfotos: Björn-Olaf Osmers

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