Zurückgeschaut … auf die Punktspiele der KW 42 – Jede Menge Comebacks
20. Oktober 2019   By:    Punktspiele 2019/20   Comments are off

Die 42. Kalenderwoche hielt 12 Punktspiele von Montag bis Sonntag parat. Bis auf Mittwoch wurde an allen sieben Tagen gespielt. Die Bilanz war erstmals kräftig durchmischt, denn 8 Siegen standen 4 Niederlagen gegenüber. Ausnahmsweise gab’s mal keine Unentschieden. Gleich doppelt zu Werke traten die Oberliga-Herren und Süd XII. Doch in diesem Bericht wollen wir in dieser Wochen den „bunten Haufen“ Süd XII beleuchten.

Der Aufsteiger in die 2. Stadtklasse ging mit etlichen Fragezeichen in die Saison. Teamchefin Helga Langschwager hatte das Amt mit großer Vorfreude übernommen und musste sich dann kurz keine zwei Wochen vor Saisonstart verletzungsbedingt (Hüfte) und auf unbestimmte Zeit abmelden. Silvio Robel war aus beruflichen Gründen unsicher. Thomas Weiß kam von oben (1. Stadtklasse) mit einer schlechten letzten Saison im Gepäck, aber die Motivation neu anzufangen. Alexander Borchert hatte zwei Jahre kaum gespielt und noch weniger trainiert während Andy Seidel von beidem etwas mehr gemacht hat, aber auch weniger als gewünscht. Nullkommanull Tischtennis in den letzten 2,5 Jahren hatte allerdings Anika Resch gespielt. Mal ganz davon abgesehen, dass Detlef Ryll als Kapitän von Süd XIV auch kurzfristig dasselbe Amt bei Süd XII übernommen hat. Es gibt bessere Szenarien, um mit einer neuen Mannschaft in eine Spielzeit zu starten. Doch was macht Süd XII? Gewinnt, gewinnt und gewinnt. Zweimal davon in dieser Woche und hat jetzt 7:1 Punkte auf dem Konto. Platz 3 nach dem 4. Spieltag! Wer hätte das gedacht?!

Am Montag (14.10.) sagte sich der bislang unbesiegte Staffelfavorit von der HSG Uni I an. Die Hiobsbotschaft kam am Sonntag, als Andy wegen eines Termins absagen musste. So war Anikas Einsatz erst ermöglicht worden – nachdem die Kinderbetreuung safe war. Detlefs Fazit nach dem Spiel, das mit 10:7 gewonnen wurde: „Auch ohne Andy klappte der Sieg. Die 12. wird nun ´ne richtige Mannschaft, mit einem besonderen Edelstein – Anika. So eine Technik sieht man in dieser Liga nur ansatzweise. Die Ergebnisse waren zum Teil sehr kurios.“ Was Detlef mit kurios meinte, schob er nach: „Die Nr. 1 und der HSG jeweils nur 1 ganzer Punkt und die Nr. 3 und 4 (als Ersatz aus der zweiten Mannschaft) je einmal 2 und 3 Punkte. Also die 3.Stadtklasse stärker als die 2. Stadtklasse!“

Doch fragen wir Anika selbst.

Wann war dein letztes Punktspiel?

Herrje, da musste ich erstmal recherchieren. Mein letztes Punktspiel war offiziell 2012 für den Meiendorfer SV (Hamburg), danach habe ich noch ca. 1 Saison Betriebssport gemacht ohne Training und dann ab der Sommerpause 2013 ganz aufgehört.

Und dann ?

Ich habe dann 2016 hier bei euch wieder angefangen ab und zu einmal die Woche trainiert. So bis Anfang 2017. Danach war ich raus wegen keine Zeit / Sommerpause / Schwangerschaft / Geburt etc.

Also hast du am Montag erstmals wieder TT gespielt – also ganz ohne Training?

Ja, ich habe ca. 2,5 Jahre keinen Schläger und Ball mehr gesehen. Die Mannschaft ist sehr nett und es hat viel Spaß gemacht…war aber selbst überrascht von den vielen Siegen. :-D

Das waren die Vorzeichen und wir haben keine Kosten gescheut und Alex Borchert auch Überstunden geschoben, um euch einen kleinen Bericht vom Coup gegen die HSG Uni zu verfassen. Hier ist er.

Am 14.10. war das Punktspiel Süd 12 vs. HSG Uni Rostock anberaumt.

Ich freute mich sehr auf unsere Gäste, da ich die Truppe um Maik Freitag eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesehen habe.

HSG spielte mit Freitag, Palatschek, Rieche(E), Appelt(E); D1: Freitag/Palatschek, D2 Rieche/Appelt.  

Wir bekamen Damenunterstützung von Annika und spielten somit mit: Borchert, Resch, Weiß, Robel; D1: Weiß/Robel und D2: Resch/Borchert

Es wurde von Anfang gekämpft und keiner wollte einen Punkt liegen lassen. Wir konnten uns sehr gut in den Doppel durchsetzen und gingen somit 2 zu 0 in Führung.

Bei den Einzeln sah es dann durchmischt aus: Obere Paarkreuz konnte 4 Punkte holen und das untere leider nur 1. Am spannendsten und knappsten kann man wohl Spiel 2 bis 5 bezeichnen.

Alles 5-Satzspiele, die auch noch sehr knapp waren. Wir konnten uns in dieser spannenden Anfangsphase von den 4 Spielen 2 sichern. Somit war dies auch sehr ausgeglichen.

Thomas spielt stark gegen Maik Freitag und kann uns somit weiter nach vorne pushen. Ich (Alex) lasse leider unten alles liegen und kann das Team nicht weiter mit Punkten unterstützen. Annika holt uns den Sieg im vorletzten Spiel und geht mit einem perfekten Debüt in die Saison 2019/2020.

Somit können wir den Abend mit einem 10:7 beenden und erfreut in den Feierabend gehen.

 

Am Donnerstag ging es dann schon weiter. Wieder ein Heimspiel. Diesmal hatte sich Warnemünde III angekündigt. Man oft the Match war diesmal Alex, der satte 4,5 Punkte beisteuerte. Oder wie es Anika ausdrückte: „Heute war Alex unser Held.“ Das klingt nach Team-Spirit und war angebracht. Denn Alex gewann nicht nur alle drei Fünfsatzspiele, sondern setzte den wichtigen Schlusspunkt. Zwar führte Süd XII mit 9:5, doch Alex lag gegen Marco Eder mit 0:2. An den Nebentischen hatten Anika und Thomas schon verloren. Wäre Alex dasselbe Schicksal widerfahren, wäre der Vorsprung auf 9:8. Doch dazu kam es nicht. Alex drehte die Partie und das recht souverän. Sein 3:2-Sieg setzte schlussendlich doch den Schlusspunkt zum 10:5-Heimsieg.

Und sonst so:

In der Stadtliga Jungen verloren die Kids von Süd II ihr erstes Spiel. Der Sieg ging an den Vorjahresmeister von Hafen I, der sich mit 10:3 recht souverän durchsetzte und nun klar die Tabelle anführt. Süd II ist Zweiter.

Süd XIII zieht weiter einsam seine Kreise. Beim ersten Auswärtsspiel außerhalb der Stadtgrenzen Rostocks, bei Rövershagen IV gewannen unsere Jungspunde zum zweiten Mal hintereinander mit 10:0. Noch ein Sieg und die Herbstmeisterschaft in der 3. Stadtklasse ist fast schon rechnerisch Gewissheit.

Zeitgleich musste auch Stadtligist Süd VII am Montag bei Rövershagen I antreten. Nach 0:2 aus den Doppeln, zog der leicht favorisierte Vorjahresmeister in den Einzeln sukzessive an der Überraschungsmannschaft der Saison vorbei – und das trotz der Tatsache, dass Ersatzmann Erik Scheurell (kurzfristig für Gabi eingesprungen) zwei 2:0-Führungen liegen ließ. Süd VII gewann dank einer erneut gut aufgelegten Birgit Finger (3:0 Siege und insgesamt nun schon 13:3 Siege) und dem Urlaubsrückkehrer Ralf Gatzke (3:1 Siege) mit 10:6 vor den Toren Rostocks.

Nur einen Tag später machte es Erik besser und entschied beim einseitigen 10:0 von Süd VIII gegen Lok II das einzig enge Duell gegen Dieter Fettkenheuer über die Stationen 1:0, 1:2 noch mit 3:2 für sich. Süd VIII bekleidet nun mit 9:3 Punkten den zweiten Rang hinter Süd VI (9:1) und vor Süd VII (4. Platz, 7:5 Punkte). Parallel verlor Süd IX gegen den Stadtliga-Absteiger Warnow I mit 4:10. Yiqiang Lu blieb zwar unbesiegt, konnte aber die erste klare Niederlage nicht verhindern. Nur Marion Geselle punktete noch. Nachdem beide Doppel verloren gingen und das Pendel bei den Fünfsatzmatches zu keiner Seite auszuschlagen mochte, durfte sich der große Meisterschaftsfavorit nach den Zwischenständen von 3:0, 6:1, 7:3 und 9:4 aus seiner Sicht recht frühzeitig auf den fünften Sieg im fünften Spiel einstellen.

Süd XIV stieß in der 3. Stadtklasse gegen den neuen Zweiten Eintracht II an seine Grenzen und verlor am Freitagabend auswärts mit 4:10. Trotzdem ist der Anschluss zum Mittelfeld mit 4:6 Punkten größer als der triste Blick zur Roten Laterne.

Zum Wochenabschluss wurde es noch einmal voll in der Halle. Zeitgleich spielten Süd IV in der Landesliga gegen die TSG Ludwigslust I und Süd V gegen den TSV 1860 Stralsund I. Während Süd V sich früh dem Sonntagnachmittagsspaziergang näherte und die „Sechziger“ mit einem 10:1 förmlich aus der Halle schoss, hatte Süd IV an den Nachbartischen echte Schwerstarbeit zu verrichten. Denn die Gäste aus dem wegen des herzoglichen Schlosses nebst der nicht minder prachtvollen Schlossanlage „Versailles des Nordens“ genannten „Lulu“ spielten gar nicht wie ein Tabellenletzter (0:6 Punkte). Das war den Südlern aber auch schon vorher bewusst. Weniger Bälle (690:719), weniger Sätze (37:38), aber 10:7 gewonnen. Kurios auch, dass die Rostocker: 1.) 8 von 10 Fünfsatzspielen gewannen, 2.) dreimal einen 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand holten und 3.) zweimal einen 2:2-Ausgleich nach 2:0-Führung schnell verkrafteten. Das sind dann wohl die entscheidenden Statistiken für den dritten Heimsieg.

Last, but not least … die Oberliga. Hier hatte die “Erste” ihren ersten Heimauftritt der laufenden Spielzeit … und der ging prompt verloren. Bis zur Halbzeit sah es noch gut aus (5:4), aber dann empfahl sich der stark aufspielende Aufsteiger von der TuS Germania Schnelsen einfach etwas mehr für den Sieg. Hinderlich waren auch gleich drei 2:3-Niederlagen in der zweiten Spielhälfte, sodass der 9:6-Auswärtssieg zwar bitter war, aber in Ordnung ging. Dafür waren fast fünf Stunden nötig. Am Sonntag machten es die Mannen um Mathias „Auge“ Wähner besser. Es war eine Blaupause des Vortages. Glück für die Rostocker, dass sie diesmal die Gäste waren, die nach einem engen Halbzeitstand (wieder 5:4) alle drei Fünfsatzspiele gewannen. Nicht alltäglich an beiden Tagen: „Auge“ war gesund und vor Ort, aber griff nur beim Einspielen zum Schläger. Dass die Penholder-Freunde nicht zu kurz kamen, dafür sorgte Jarno Dümmer, der das Vertrauen spätestens gegen die III. Hertha-Vertretung zurückzahlte – und zwar mit dem Siegpunkt zum 9:6. Besser geht’s nicht. Die Punktausbeute von nun 6:2 Zählern ist absolut in Ordnung. Doch den Jungs wurde erneut bestätigt, dass in dieser Liga nichts von selbst läuft.

Text: Ulrich Creuznacher
Fotos: Andreas Günther (1), Anika Resch (1)