Stadtmeisterschaften 2019 – Lina Grulich und Felix Prehn holen erstmals den Cup
2. November 2019   By:    Turniere 2019/20   Comments are off

Die diesjährigen Wettbewerbe um die Titel „Beste der Stadt“ oder „Bester der Stadt“ waren ein Mammutprogramm. Ein Dankeschön an dieser Stelle an alle Helfer, die beim Auf- und Abbau sowie ihre Hilfe während des Turniers zum Gelingen der gesamten Veranstaltung beigetragen haben. Vielen Dank.

42 Sportler*innen (exkl. Zweier Doppelstarts) fanden sich im Laufe des Tages ein, ein paar auch deutlich zu früh. Um 10 Uhr ging’s los. Der letzte Ball war gegen 20 Uhr gespielt. Dazwischen lagen vier Turniere, die drei Premierensieger und einen „alten Bekannten“ hervorbrachten.

Der Reihe nach. Den Anfang machten die Damen (6 Starterinnen), die im Gegensatz zu den Herren keine QTTR-Bindung hatten. Nachdem Ramona Möller (TSV Rostock Süd) nicht teilnahm, stand fest, das eine neue Titelträgerin geben musste. Diana Carolina Gomez Rojas (kurz: Carolina) gewann das Turnier, wurde somit „Stadtmeisterin der Herzen“, wenn man so möchte. Offiziell hat sie aber außerhalb der Konkurrenz gespielt. Und hier siegte dann Lina Grulich. Lina und Carolina hatten beide 4:1 Siege auf dem Konto, aber Carolina das um einen Satz bessere Satzverhältnis. Die große Geste kam in der Umkleidekabine als Lina ihren Pokal an Carolina abgab. Dritte wurde Marion Geselle.

Bei den Herren C (12 Starter) behielt die Jugend am Ende die Oberhand. Felix Prehn, ein Eigengewächs des TSV Rostock Süd, dass erst seit ein paar Jahren wieder dabei ist, gewann in einem spannenden Mehr-Generationen-Finale gegen Lothar Helmstedt (SV Warnemünde) – und das trotz 1:2-Satzrückstand. Beide Finalisten hatten ihr erstes Vorrundenmatch verloren, waren danach aber umso souveräner ins Endspiel vorgestoßen. Prehn-Bezwinger und Neu-Rostocker, Franz Niendorf (mehrjährige TT-Pause), hatte indes im zweiten Mehr-Generationen-Duell gegen Süds Ferenc Körösi das Nachsehen. Auch Ferenc hat eine lange TT-Pause hinter sich. Mit 16:14 im Fünften machte es der ungarische Grand Senior äußerst spannend. Lohn: Platz 3.

Franz und Lina spielten anschließend bei den Herren B (damit 15 Starter) mit, Lina außerhalb der Konkurrenz. Mit dem Ausgang des Turniers hatten sie nichts zu tun, schieden in der Vorrunde aus. Dies wiederfuhr auch überraschend Oliver Graewer. Die anderen beiden Süd-Starter, Wolfgang Pagel und Alexander Marschner, schafften indes den Sprung ins Halbfinale. Aus Zeitgründen wurde auf ein vorgeschaltetes Viertelfinale verzichtet. So stark Wolfgang (3:1 Siege) und Alexander (4:0 Siege) in ihren Gruppen zu Werke gingen, so fanden sie in Youngster Vincent Haisch (14 Jahre) (3:0 gegen Wolfgang) und Johannes Wiesner (3:1 gegen Alex) (beide vom SV Nord-West Rostock) ihre Meister. Finale war nicht nur erneut ein Generationenduell, sondern auch eines zwischen Lehrmeister und Lehrling, in dem der „Lehrling“ Vincent fast schon am Ziel war. Doch „Lehrmeister“ Johannes hatten noch einen Zauberspruch mehr auf Lager – glich den 2:0-Satzvorsprung aus. Im Fünften kam erst die Auszeit von Vincent – die half. Dann kam die Auszeit von Johannes – auch die half und am Ende so gut, dass Johannes hauchzart mit 11:9 gewann.

In der A-Konkurrenz (11 Starter) war der Favorit schnell gefunden: Jarno Dümmer, Sieger von 2017 und 2018. Und Jarno sollte den Hattrick perfekt machen. Die konstant heftigste Gegenwehr bekam der Penholder-Spezialist von Juan David Lopez Montoya, der wie im Vorjahr außerhalb der Konkurrenz mitspielte (und am Vormittag noch ein Punktspiel in Stralsund (9:9) bestritt … what the hell!). Das Finale hatte leider wenige Spannungspunkte zu bieten. Jarno zu bissig und Marius zu hoffnungslos. Dritter wurde in diesem Feld aus vielen Verbandsligaspielern der derzeitige Stadtliga-Spieler Martin Lange, der von allen Startern den niedrigsten QTTR (zum herangezogenen 11.8.2019) hatte. Da kann man schon von einer zünftigen Überraschung sprechen. „Wie Fischfutter“, wie Martin sich selbst sah, war er nicht. Gegen Stephan Grußendorf zeigte er etwas mehr Biss. Unser „Big“ Boris Moraraschu (QTTR: 1642) hätte auch unter die Top 4 kommen können, wurde am Ende aber bei seiner ersten Stadtmeisterschaft und in diesem Feld (durchschnittlicher QTTR: 1715) ein guter Sechster – und lag damit einen Platz vor Andreas „Andi“ Dinse. Beide hoffen, dass sie noch einen Platz für das Qualifikationsturnier zur Landesmeisterschaft ergattern. Andi war nur aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses im Dreiervergleich mit Stephan Grußendorf (2.) und Christoph Zahn (Nord-West, 3.) in der Gruppe nur Vierter geworden. Tobias Franke beendete dieselbe Gruppe als Fünfter. Der B-Stadtmeister von 2017 wurde am Ende Neunter.

Alle Ergebnisse (aktualisiert am 10.11.2019) findet ihr hier .

Mein Fazit fällt im Großen und Ganzen positiv aus. Die Aufteilung in drei Spielklassen wurde sehr gut aufgenommen und ist bestimmt noch steigerbar. Da würde auch „Catering“ Sinn machen. Es lüde auch zum längeren Verweilen ein. Schade war, dass die A-Herren am Ende unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielten. Der Spiel-Modus bei den B-Herren war nicht optimal, hat einigen Spielern die Chance auf ein gutes Abschneiden genommen. Es war der Zeit geschuldet. Hier gibt es mehrere Ansatzpunkte. Das Aufrücken der Erstplatzierten in die nächsthöhere Spielklasse kann weggelassen werden, u.a. sind der Leistungsunterschied und die Belastung doch sehr groß. Irgendwie waren zu wenig Urkunden und Pokale da. Ersteres konnte noch ad hoc behoben werden, Letzteres erfolgt im Nachgang. Für die erste Ausgabe in dieser Dimension war es ein gelungener TT-Sonntag. Ich würde mich freuen, im nächsten Jahr wieder viele Gesichter zu den Stadtmeisterschaften 2020 bei uns begrüßen zu dürfen.

Es gäbe noch mehr zu berichten, immerhin war genug Zeit für Anekdoten geboten. Ein Auszug:

  • 42 Teilnehmer sind Rekord in der jüngeren Geschichte der Stadtmeisterschaften. Dabei waren nicht einmal alle Rostocker Vereine vertreten.
  • Steffen Wegner (A) hätte ausschlafen können, war bereits um 9.45 Uhr da.
  • Mit Jarno und Marius spielten im A-Finale einerseits der, der sich zuerst (Jarno) und andererseits der, der sich zuletzt (vier Tage nach Frist) angemeldet hatte.
  • Zweimal mussten die Bälle gezählt werden, um die Teilnehmer der K.o.-Runde zu ermitteln.
  • Als Einziger blieb Jarno Dümmer bei seinem Titelgewinn ohne Niederlage (wenn man Lina Grulichs Niederlage gegen Carolina einrechnet).
  • Ich war Erster um 09:00 Uhr an/in der Halle, aber wer war nach 20.30 Uhr der/die Letzte/n? :-)

 

Text: Ulrich Creuznacher
Fotos: Tom Draheim (3), Michael Dinse (1)